Aktien Zurückhaltung vor G-20-Gipfel

Das nahende Treffen zwischen Trump und seinem chinesischen Kollegen Xi Jinping hält die Anleger von Aktienkäufen ab. Hierzulande weitet das Papier der Lufthansa seine Verluste aus.

An den europäischen Aktienmärkten haben die Anleger am Dienstag nur sehr vorsichtig agiert. Der Dax lag zum Handelsschluss 0,4 Prozent tiefer bei 12 228 Punkten. Wenige Tage vor dem G20-Gipfel, auf dem US-Präsident Donald Trump und sein chinesischer Amtskollege Xi Jinping über den bislang ungelösten Handelskonflikt sprechen wollen, dominierte Zurückhaltung. Zudem warteten die Investoren auf einen Auftritt des Präsidenten der US-Notenbank Fed, Jerome Powell. Der Fed-Chef hatte zuletzt eine Lockerung der Geldpolitik in Aussicht gestellt.

Beim Blick auf die Handelsgespräche zwischen Trump und Xi gegen Ende der laufenden Woche im Rahmen des G20-Gipfels, hoffen die Investoren auf positive Nachrichten zum Handelsstreit, ansonsten würde die Gefahr einer weltweiten Rezession steigen. Dann wären die Gewinnwarnungen wie derzeit von Lufthansa und Daimler nur der Anfang einer ganzen Reihe von Prognosesenkungen. Auch die Spannungen im Nahen Osten zwischen dem Iran und den USA sorgten für Zurückhaltung.

Am Tag nach der Investorenkonferenz weiteten die Titel der Lufthansa ihre jüngsten Verluste um 0,4 Prozent aus. Das Management der Fluggesellschaft habe die richtigen Dinge gesagt, insbesondere zu den Sparplänen der Billigtochter Eurowings, schrieb Analyst Gerald Khoo von der Investmentbank Liberum. Da bei Kernpunkten die Zustimmung der Gewerkschaften notwendig sei, bestehe allerdings die Gefahr, nicht alles umsetzen zu können. Die Papiere der Konkurrenten Air France-KLM und Easyjet gerieten ebenfalls in den Abwärtssog und gaben jeweils um bis zu zwei Prozent nach.

Im M-Dax zählten die Titel von Osram mit einem Kursgewinn von zwei Prozent zu den Favoriten. Der Lichtkonzern verkauft sein Geschäft mit Straßen-, Stadien- und Büro-Beleuchtung an die Beteiligungsgesellschaft Stern Stewart Capital.

Auch an den US-Börsen war die Stimmung getrübt. Der Leitindex Dow Jones schloss 0,7 Prozent tiefer bei 26 548 Punkten. Für Aufsehen sorgte hier die geplante Übernahme des Botox-Herstellers Allergan durch die Pharmafirma AbbVie. Das Volumen der Transaktion soll sich auf 63 Milliarden Dollar belaufen. Allergan-Aktien stiegen um rund 25 Prozent, während die Papiere von Abbvie um 16,3 Prozent abrutschten.