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Aktien:Verluste am Hexensabbat

Die Sorgen vor neuen Einschränkungen wegen der Corona-Pandemie bremsen die Aktienkurse. Der Dax schließt im Minus. Für Spekulationen sorgt ein Angebot für den Kunststoffhersteller Covestro.

Europas Börsen haben am sogenannten Hexensabbat Verluste verzeichnet. Die steigenden Corona-Infektionszahlen in vielen europäischen Ländern ließen die Furcht aufkommen, dass erneut Ausgangsbeschränkungen nötig werden könnten, um die Pandemie in den Griff zu bekommen. Damit kämen wieder Sorgen auf, die Konjunkturerholung könnte einen Dämpfer bekommen, sagte Michael Hewson, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Der Dax schloss am Freitag 0,7 Prozent im Minus bei 13 116 Punkten. Am Hexensabbat laufen einmal im Quartal Terminkontrakte und Optionen auf Aktienindizes und Einzelwerte aus. Investoren versuchen dann, die Kurse in die für sie vorteilhafte Richtung zu bewegen. Das führt nicht selten zu Kursausschlägen, die fundamental nicht zu begründen sind.

Für Gesprächsstoff auf dem Börsenparkett sorgte ein Bericht, wonach der Finanzinvestor Apollo Interesse an dem Kunststoffhersteller Covestro hat. Apollo sei an das Dax-Unternehmen in den vergangenen Wochen herangetreten, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg. Ein Covestro-Sprecher dämpfte die Spekulationen: Covestro-Aktien legten um fünf Prozent zu.

Auf europäischer Ebene zogen die Papiere von Euronext um 4,3 Prozent an. Die Londoner Börse LSE verhandelt exklusiv mit dem europäischen Börsenbetreiber über einen möglichen Verkauf ihrer italienischen Tochter Borsa Italiana. Im Bieterrennen um die Borsa Italiana hatte anfangs auch die Deutsche Börse mitgeboten. Deren Aktien standen mit plus 0,2 Prozent auf der Gewinnerseite im Dax.

Im M-Dax ging es für die Papiere von Fraport nach zwei starken Börsentagen um 5,2 Prozent nach unten. Die Anteilsscheine der Lufthansa büßten um fünf Prozent ein. Händler verwiesen auf steigende Zahlen von Corona-Neuinfektionen, insbesondere in Frankreich.

Die Wall Street präsentierte sich etwas schwächer. Der Leitindex Dow Jones lag zum Handelsschluss 0,9 Prozent tiefer bei 27 657 Punkten. Bei den Einzelwerten verloren Oracle-Aktien 0,7 Prozent an Wert. Insidern zufolge will die US-Regierung ihr Vorgehen gegen die chinesische Kurzvideo-App Tiktok verschärfen. Ab Sonntag soll es demnach Menschen in den USA nicht mehr möglich sein, die App auf ihre Handys zu laden.

© SZ vom 19.09.2020 / cikr, Reuters, dpa

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