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Aktien:Verhaltene Zuversicht

Der Dax zieht weiter an, allerdings bleiben die Investoren kurz vor dem Start der Berichtssaison in den USA vorsichtig. Zudem bremsen die Sorgen vor den Folgen einer dritten Corona-Welle den Kursanstieg.

Robuste Handelsdaten aus China haben am Dienstag Europas Anleger in ihrem Konjunkturoptimismus bestärkt. Allerdings wagten die Investoren so kurz vor dem Start der Berichtssaison in den USA keine größeren Engagements. Zudem brachte die Bundesregierung angesichts steigender Coronainfektionszahlen eine Gesetzesänderung für eine bundesweit verbindliche "Notbremse" auf den Weg, die auch nächtliche Ausgangssperren vorsieht. Börsianer befürchteten durch die verschärften Maßnahmen eine Bremse für die konjunkturelle Erholung. Der Leitindex Dax schloss 0,1 Prozent im Plus bei 15 234 Punkten. Für Zuversicht sorgte hingegen der ein Anstieg der chinesischen Ex- und Importe.

Im Sog der Kursgewinne des Schweizer Duftstoff- und Aromenherstellers Givaudan legten die Anteilsscheine des deutschen Konkurrenten Symrise um 3,1 Prozent zu. Sie zählten damit zu den Favoriten im M-Dax. Die Papiere des Kunststoffkonzerns Covestro gewannen als einer der besten Dax-Werte zwei Prozent an Wert. Die Titel profitierten vom derzeitigen Trend zu Zyklikern, denen eine Konjunkturerholung besonders nutzt.

Im S-Dax verteuerten sich die Aktien von Dermapharm nach der Vorlage von Zahlen und Ausblick um mehr als elf Prozent. Der Arzneihersteller blickt sehr zuversichtlich auf das laufende Jahr und erwartet sowohl beim Umsatz als auch beim operativen Gewinn deutliche Zuwächse. Aktionäre können zudem mit einer höheren Dividende rechnen. Zu den Spitzenreitern im Index der kleineren Werte zählten auch die Papiere von Leoni mit einem Aufschlag von 7,2 Prozent. Der österreichische Unternehmer Stefan Pierer stockt seinen Anteil am Autozulieferer und Kabelspezialisten von zehn auf mehr als 15 Prozent auf.

An der Wall Street setzte sich der eher lustlose Handel des Vortages fort. Der Dow Jones lag zum Handelsschluss 0,2 Prozent tiefer bei 33 677 Punkten. Belastet wurde die Stimmung von der Nachricht, dass die US-Arzneimittelbehörde FDA und das Seuchenzentrum CDC nach vereinzeltem Auftauchen einer seltenen Erkrankung mit Blutgerinnseln eine sofortige Aussetzung von Corona-Impfungen mit dem Mittel von Johnson & Johnson ausgesetzt haben. Die Papiere des Pharmakonzern verloren 1,3 Prozent an Wert.

© SZ vom 14.04.2021 / cikr, Reuters, dpa
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