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Aktien:Urteil belastet Immobilienwerte

Die Erholungsphase an der Börse war nur kurz. Am Dienstag geben die Kurse schon wieder nach. Nach einem Gerichtsurteil verkaufen die Anleger die Aktien von Immobilienfirmen.

Nach der jüngsten Erholungsphase sind die Anleger in Europa am Dienstag wieder vorsichtiger geworden. Sie warteten auf weitere Unterstützung der Notenbanken, sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. Der Dax gab um 0,6 Prozent auf 11 651 Punkte nach. Viele Investoren hielten sich vor dem alljährlichen Notenbanker-Treffen in Jackson Hole im US-Bundesstaat Wyoming Ende der Woche zurück, sagte Analyst Connor Campbell vom Brokerhaus Spreadex. Experten gehen davon aus, dass US-Notenbankchef Jerome Powell bei seiner Rede am Freitag für September eine weitere Zinssenkung andeuten wird.

Zu den größten Verlierern hierzulande zählten die Papiere der Immobilienfirmen, nachdem das Bundesverfassungsgericht eine Beschwerde gegen die Mietpreisbremse abgeschmettert hatte. Im Dax führten die Titel von Vonovia mit minus 3,1 Prozent die Verliererliste an, im M-Dax wurden Aktien von Grand City Properties, LEG und Deutsche Wohnen verkauft. "Das Urteil war nicht überraschend, aber vielleicht befürchten einige Anleger, dass weitere Maßnahmen folgen könnten", sagte ein Börsianer.

Ins Rampenlicht rückte außerdem Bayer. Der Pharma- und Agrarchemie-Konzern verkauft seine Tiermedizin-Sparte für 7,6 Milliarden Dollar an den US-Konkurrenten Elanco. Bayer-Aktien schlossen 0,5 Prozent schwächer. Elanco-Titel brachen im US-Geschäft um 8,6 Prozent ein. Zu den Top-Favoriten im M-Dax zählte das Papier von Osram mit plus 1,4 Prozent. Spekulationen auf einen Bieterwettstreit gaben den Titeln des Lichttechnik-Konzerns Auftrieb. Händler verwiesen auf einen Medienbericht, wonach die Finanzinvestoren Bain und Carlyle über eine Nachbesserung ihrer Übernahmeofferte nachdenken, um den österreichischen Apple-Zulieferer AMS auszustechen.

Auch an der Wall Street war die Zurückhaltung der Anleger zu spüren. Der Dow Jones lag zum Handelsschluss 0,7 Prozent tiefer. Im Fokus stand Home Depot. Die US-Baumarktkette hat ihre Umsatzprognose für das Gesamtjahr gesenkt und begründet dies mit einem Rückgang der Holzpreise und den Risiken des Handelskonflikts zwischen den USA und China. Dennoch stiegen die Anteilsscheine von Home Depot um mehr als vier Prozent, nachdem das Unternehmen die Gewinnerwartungen für das zweite Quartal übertroffen hat

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