Aktien:Taiwan-Spannungen belasten

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Das Säbelrasseln im Vorfeld des möglichen Besuchs von US-Spitzenpolitikerin Nancy Pelosi in Taiwan verschreckt die Anleger. Bei den Einzelwerten bewegen nach wie vor die Quartalsberichte die Kurse.

Die wachsenden Spannungen zwischen den Supermächten USA und China bereiten europäischen Anlegern Kopfschmerzen. Der Dax gab am Dienstag um 0,2 Prozent auf 13 449 Punkte nach. Die Investoren blicken nach Taiwan, wo die Vorsitzende des US-Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi, im Rahmen ihrer Asienreise Station machte. Angesichts der Drohungen aus China vor dem Besuch der Spitzenpolitikerin in Taipeh hat Taiwans Militär seine Kampfbereitschaft erhöht.

Die Volksrepublik betrachtet Taiwan als Teil des eigenen Staatsgebiets. Bei den Einzelwerten bewegen nach wie vor die Quartalsberichte die Kurse. Der Duft- und Aromenhersteller Symrise trotzte den gestiegenen Rohstoffkosten und hob dank hoher Nachfrage seine Wachstumsziele an. Die Titel verbesserten sich um 1,2 Prozent. Nicht gefragt waren Aktien, die stark vom privaten Konsum abhängen. So führten Zalando, Puma und Hellofresh die Verlierer im Dax an, mit Abschlägen von bis zu 3,7 Prozent. Auch Adidas-Papiere zeigten Kursschwäche. K+S verteuerten sich dagegen an der Spitze des M-Dax um sechs Prozent, hier rechnet die Baader Bank mit guten Quartalszahlen des Düngemittelproduzenten in der kommenden Woche. BP glänzte mit dem besten Ergebnis seit 14 Jahren und überzeugte Anleger mit hochgeschraubter Dividende und Aktienrückkäufen. Die Titel des britischen Ölkonzerns zogen in London um bis zu 4,8 Prozent an, nachdem sich der Gewinn im zweiten Quartal auf 8,5 Milliarden Dollar verdreifacht hat und damit weit über den Erwartungen lag.

Nach neuen Hiobsbotschaften trennen sich Anleger im großen Stil von den Aktien der Credit Suisse. Mit einem Kurssturz von mehr als sechs Prozent war die Großbank das Schlusslicht unter den Schweizer Standardwerten. Die beiden führenden Ratingagenturen Moody's und S&P stuften die Titel wegen des hohen Halbjahresverlustes, des Führungswechsels und der Herausforderungen für das Institut bei der angekündigten Neupositionierung ihrer Investmentbank herab.

Die Börsen an der Wall Street schlossen mit Verlusten. Der Leitindex Dow Jones fiel um 1,2 Prozent auf 32 396 Punkte. Nach einem höheren Betriebsgewinn und Umsatz als erwartet, stiegen Anleger bei Uber ein. Die Titel des Fahr- und Essenslieferdienstes zogen um 18,9 Prozent an.

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