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Aktien:MDax auf Rekordhoch

Die Rekordjagd geht auch an den deutschen Aktienbörsen in die nächste Runde. Die Grundlage für die Bestmarken bildet das neu ausgehandelte Handelsabkommen zwischen den Vereinigten Staaten und China.

Die Hoffnung auf bessere Handelsbeziehungen zwischen Europa und den USA hat den europäischen Börsen zum Wochenschluss Auftrieb gegeben. Auch Anzeichen dafür, dass Chinas Konjunkturflaute ihren Tiefpunkt erreicht hat, sorgten für Kauflaune. Der Dax legte am Freitag um 0,7 Prozent auf 13 526 Punkte zu. Der Nebenwerteindex M-Dax erreichte sogar ein Rekordhoch bei 28 670 Punkten. EU-Handelskommissar Phil Hogan sagte, er sei zuversichtlich, dass die Streitfragen im Handel mit den USA gelöst werden könnten. Diese Äußerungen lösten Erleichterung an der Börse aus, sagte Connor Campbell, Analyst beim britischen Finanzdienstleister Spreadex. Allerdings hinke der Dax den US-Börsen weiter hinterher, sagte Jochen Stanzl, Chef-Marktanalyst beim Brokerhaus CMC Markets. Der deutsche Leitindex liegt ungefähr 70 Punkte unter seinem Rekordhoch vom Januar 2018.

Positive Analystenkommentare katapultierten die Aktien von RWE auf den höchsten Stand seit sieben Jahren. Die Papiere kletterten in der Spitze um 6,1 Prozent nach oben und standen damit unangefochten an der Dax-Spitze. Die Aussicht auf eine Milliardenentschädigung wegen des Braunkohle-Ausstiegs hatte die Titel bereits am Donnerstag um zwei Prozent angetrieben. Bund und Länder einigten sich auf einen Abschaltplan für Braunkohle-Meiler, Finanzminister Olaf Scholz stellt 2,6 Milliarden Euro zur Entschädigung bereit. Die im Dax schwer gewichteten SAP-Anteile rückten um 2,9 Prozent vor. Händler verwiesen dazu auf ein besser als erwartet ausgefallenes Quartal des US-Konzerns Progress Software. Dies hebe auch die Stimmung für deutsche Software-Aktien.

Zu den Gewinnern gehörten auch die Bayer-Aktien mit einem Plus von 0,7 Prozent. Der Mediator Ken Feinberg hält es einem Bericht zufolge für möglich, dass binnen vier Wochen die US-Klagen gegen das Unternehmen im Zusammenhang mit dem Unkrautvernichter Glyphosat beigelegt werden. Die Aktien der Mediamarkt/Saturn-Mutter Ceconomy sackten dagegen um bis zu 4,6 Prozent ab. Sie litten unter einem pessimistischen Ausblick des französischen Elektronikhändlers Fnac, bei dem Ceconomy Großaktionär ist.

An den US-Börsen gab es wenig Bewegung. Bereits kleine Aufwärtsschritte genügten jedoch für neue Rekordstände. Der Dow Jones schloss 0,2 Prozent höher bei 29 348 Punkten.

© SZ vom 18.01.2020 / amon, Reuters, dpa
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