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Aktien:Lockdown-Sorgen bremsen Dax

Am Tag, nach dem der Dow Jones die magische Schwelle von 30 000 Punkten überschritten hat, sind die Anleger vorsichtig. Mögliche neue Lockdowns könnten für Rückschläge sorgen.

Nach den Gewinnen am Vortag haben sich viele Anleger am Mittwoch zurückhaltend gezeigt. Der Dax notierte am Handelsende kaum verändert bei 13 290 Punkten. Unterstützung für die Börsen kam erneut von der Erwartung einer schnellen Verfügbarkeit der Corona-Impfstoffe und der Hoffnung auf einen reibungslosen Übergang im amerikanischen Präsidentenamt. Bereits am Dienstag hatte der US-Standardwerteindex Dow Jones erstmals in seiner Geschichte die Marke von 30 000 Punkten übersprungen. Anleger reagierten damit erleichtert auf das Einlenken von US-Präsident Trump im Streit um die Übergabe der Amtsgeschäfte an seinen Nachfolger Joe Biden und sehen das Risiko einer Verfassungskrise in den Vereinigten Staaten nun gebannt.

Für Rückschläge könnten allerdings immer wieder Lockdowns sorgen, warnten Marktteilnehmer mit Blick auf die Beratungen der Kanzlerin Angela Merkel und die Regierungschefs der Bundesländer über das weitere Vorgehen im Kampf gegen die Pandemie.

Gefragt waren Aktien aus defensiven Branchen, wie dem Versorger- und Telekommunikationsbereich, die zuletzt eher gemieden wurden. So zählten im Dax die Titel von Eon mit einem Plus von 1,9 Prozent zu den Favoriten, die Anteile von RWE zogen knapp ein Prozent an. Die Aktie der Deutschen Telekom gewann 1,7 Prozent hinzu. Verkauft wurden hingegen zyklische Werte aus der Automobilbranche. Entsprechend gehörten Aktien von BMW, Volkswagen und Daimler zu den größten Verlierern im Dax.

Die Papiere der Deutschen Bank und der Commerzbank zollten ihrer jüngsten Erholungsrally Tribut und verloren 1,3 Prozent beziehungsweise 2,9 Prozent. Hier verstärkte der aktuelle Finanzstabilitätsbericht der Europäischen Zentralbank den Drang zu Gewinnmitnahmen. Demnach seien die Bilanzen der Banken im Euroraum heute zwar solider als zur Zeit der Finanzkrise, dennoch könnte eine Welle von Firmenpleiten und Kreditausfällen infolge der Pandemie zur Belastung für die Branche werden.

Nach dem Rekordhoch des Dow Jones am Vortag traten die Anleger an der Wall Street etwas auf die Bremse. Der US-Leitindex beendete den Handel 0,6 Prozent im Minus bei 29 872 Punkten

© SZ vom 26.11.2020 / cikr, Reuters, dpa
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