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Aktien:Konjunktursorgen belasten

Wegen der Lockdown-Maßnahmen in vielen Euro-Ländern sank die Wirtschaftsleistung im November. Anleger halten sich daher mit Aktienkäufen zurück.

Sorgen um die Konjunktur und ein stärkerer Euro haben Europas Anleger am Donnerstag umgetrieben. Der Dax ging 0,5 Prozent tiefer bei 13 245 Punkte aus dem Handel. Angesichts der Lockdown-Maßnahmen in vielen Euro-Ländern ist die Wirtschaftsleistung der Währungsunion im November erstmals seit fünf Monaten wieder zurückgegangen, wie der Einkaufsmanagerindex von IHS Markit signalisierte. IHS-Markit-Chefökonom Chris Williamson sagte, das Eurozonen-Wirtschaftswachstum im vierten Quartal dürfte markant schrumpfen. Die deutsche Wirtschaft wächst trotz des Teil-Lockdowns noch, aber nicht mehr so stark wie zuvor.

Zudem bremste der starke Euro, der gerade für die im Dax schwer gewichteten Exporteure zunehmend zum Wettbewerbsproblem wird.

Unter den Dax-Werten legten die Aktien des Merck-Konzerns um 1,6 Prozent zu. Die Merck KGaA hat mit dem britischen Biotechunternehmen Artios Pharma eine milliardenschwere Partnerschaft vereinbart. Zusammen wollen die beiden Firmen neue Therapien für Krebspatienten entwickeln. Anleger griffen auch bei Lufthansa-Papieren zu, die im M-Dax um 1,5 Prozent stiegen. Die Buchungen von Flügen nach Übersee, aber auch ins europäische Ausland um den Jahreswechsel sind in der vergangenen Woche sprunghaft gestiegen.

Als kursbewegend erwiesen sich einige Analystenkommentare. Zu den größten Dax-Verlierern zählten die Aktien von Fresenius mit minus 1,3 Prozent. Die Bank of America konnte keinen Kurstreiber für die Papiere mehr ausmachen und strich daher ihre Kaufempfehlung. Die Papiere von Siemens Healthineers präsentierten sich mit einem Aufschlag von 3,5 Prozent unter den Top-Favoriten im M-Dax. Die Commerzbank gab eine Kaufempfehlung für die Titel des Medizintechnikkonzerns ab. Ceconomy-Papiere verteuerten sich im S-Dax um fünf Prozent. Anleger setzten darauf, dass der Mutterkonzern von Saturn und Mediamarkt vom Weihnachtsgeschäft profitiert, zumal beide Elektronikmarkt-Ketten das Online-Geschäft forciert hätten. An der Wall Street schob die Hoffnung auf eine rasche Überwindung der Coronavirus-Krise und Bewegung im Streit um weitere staatliche Konjunkturhilfen den Index der Technologiebörse Nasdaq auf ein Rekordhoch. Der Dow Jones zog bis zum Handelsende um 0,3 Prozent auf 29 970 Punkte an.

© SZ vom 04.12.2020 / rih, Reuters, dpa
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