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Aktien:Konjunkturdaten stützen Dax

Hoffnungen auf einen Konjunkturaufschwung versetzen die Anleger in verhaltene Kauflaune. Bei den Einzelwerten treibt die Aussicht auf einen Kompromiss im US-Rechtsstreit um Glyphosat den Kurs der Bayer-Aktie nach oben.

Aufgehellte Konjunkturaussichten haben am Dienstag die Kurse an Europas Börsen gestützt. Unterstützung kam dabei vom ZEW-Index. Das Barometer, das die Erwartungen von Börsianern für die deutsche Konjunktur darstellt, ist im September auf den höchsten Wert seit 2000 gestiegen. Insgesamt aber hielten sich die Anleger vor der Zinssitzung der US-Notenbank Fed eher zurück. Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi-Trader sagte, bei den Börsianern überwiege die Hoffnung, dass die Fed bei ihrem Zinsentscheid am Mittwoch die Aktien-Rally vor allem an der Wall Street stützen werde und auch die europäischen Börsen davon profitieren. Der Dax schloss 0,2 Prozent höher bei 13 218 Punkten.

Bei den Einzelwerten im Dax setzten sich die Aktien von Bayer mit plus 2,7 Prozent an die Indexspitze. Bayer hatte in der Vorwoche mitgeteilt, dass man im US-Rechtsstreit um angebliche Krebsrisiken des Unkrautvernichters Roundup mit dem Wirkstoff Glyphosat auf einen Kompromiss zusteuere. Nun stützen laut der Nachrichtenagentur Bloomberg Gerichtsunterlagen diese Darstellung. Daimler-Aktien gaben um 0,3 Prozent leicht nach, obwohl die US-Regulierungsbehörden im Rechtsstreit um überhöhte Dieselemissionen einem Vergleich zustimmten. Daimler sprach von einem "weiteren wichtigen Schritt in Richtung Rechtssicherheit".

Für Aufsehen sorgte eine sogenannte Short-Attacke auf die im M-Dax notierten Grenke-Titel. Ein kritischer Bericht über den Leasing-Anbieter ließ den Kurs um fast 20 Prozent einbrechen.

Eine raschere Erholung von den Pandemie-Folgen als erwartet ließ die Investoren bei H&M zugreifen. Die Aktien des zweitgrößten Modekonzerns der Welt schossen an der Stockholmer Börse um knapp elf Prozent nach oben, nachdem der Konzern im dritten Quartal wieder einen Gewinn eingefahren hat, der zwar noch deutlich unter dem Vorjahreswert lag, aber zugleich höher als von Analysten erwartet war.

Auch an der Wall Street hielten sich die Anleger zurück. Der Dow Jones schloss kaum verändert bei 27 994 Punkten. Unternehmensseitig stand Fiat-Chrysler im Fokus. Der Autokonzern will vor der Fusion mit PSA die Dividende kürzen. Die Fiat-Chrysler-Aktie verteuerte sich um 7,4 Prozent.

© SZ/Reuters/dpa/cikr
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