Aktien:Hohe Inflation belastet den Dax

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Der massive Anstieg der Verbraucherpreise in der Euro-Zone erhöht den Druck auf die EZB, die Zinsen deutlich anzuheben. Der Dax gibt anfängliche Gewinne ab und dreht zeitweise ins Minus.

Aus Furcht vor einem Rückschlag für die Konjunktur durch stark steigende Zinsen und eine drohende Energiekrise haben die Anleger europäische Aktien nur mit spitzen Fingern angefasst. Kopfschmerzen bereitete Börsianern die ungebremste Inflation in der Euro-Zone, die im August ein Rekordhoch von 9,1 Prozent im Jahresvergleich erreichte. Daher könnte die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen sein, trotz einer drohenden Energiekrise die Zinsen in der kommenden Woche kräftig zu erhöhen. Auch Bundesbank-Präsident Joachim Nagel fordert einen starken Zinsschritt der EZB. "Dürre, der schwache Euro und die Gasumlage in Deutschland halten die Inflationssorgen hoch", sagte Volkswirt Alexander Krüger von der Privatbank Hauck Aufhäuser Lampe. Der Dax rutschte am Mittwoch kurz nach der Bekanntgabe der Inflationsdaten ins Minus und schloss ein Prozent tiefer bei 12 835 Punkten.

Bei den Einzelwerten im Dax verloren die Titel von Volkswagen und der Konzernholding Porsche SE 2,6 beziehungsweise 3,1 Prozent an Wert. Beide Aktien hatten zuletzt von der Fantasie für einen Börsengang des Sportwagenherstellers Porsche AG profitiert. Nachrichtlich stärker bewegt zeigten sich Airbus mit einem Abschlag von 2,7 Prozent, während SAP um 0,4 Prozent anzog. Für Aufsehen sorgte bei den beiden Dax-Schwergewichten ein hochrangiger Managerwechsel: Finanzchef Dominik Asam wird den Flugzeugbauer Anfang März nächsten Jahres verlassen und in gleicher Rolle zum Softwarekonzern wechseln. Schwächster Wert im M-Dax waren die Papiere von Befesa mit einem Abschlag von 6,5 Prozent. Analysten der Citigroup schraubten das Kursziel für den Metall-Recycler zurück. Infolge der Halbjahresergebnisse seien die Schätzungen für die Jahresmarge zurückgenommen worden, hieß es.

Auf europäischer Ebene drückte der fallende Ölpreis die Aktien der Öl-Konzerne Shell und BP jeweils um 0,8 beziehungsweise 1,7 Prozent nach unten. Um 4,5 Prozent ging es bei den Titeln der Uni-Credit nach oben. Die italienische Großbank hat von der EZB grünes Licht für die Wiederaufnahme ihres Aktienrückkaufprogramms erhalten.

Die Wall Street präsentierte sich schwächer. Der Leitindex Dow Jones schloss 0,9 Prozent im Minus bei 31 510 Punkten.

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