Aktien Hoffnung im Zollstreit treibt Dax an

Aktienanleger in Europa sehen nach positiven Tönen im amerikanisch-chinesischen Zollstreit einen Silberstreif am Horizont. Der Dax steigt um knapp zwei Prozent.

Fortschritte in den amerikanisch-chinesischen Handelsgesprächen haben den Dax am Freitagnachmittag vorangebracht. Zunächst hatte US-Finanzminister Steven Mnuchin getwittert, er sehe nach der jüngsten Verhandlungsrunde in Peking zumindest Fortschritte. Wenig später verwiesen Händler auf Medienberichte aus China, denen zufolge sich die USA und China offenbar in vielen Punkten des Zollstreits einig seien. Die Reaktion im Dax folgte prompt: Der Leitindex beschleunigte seinen Kursanstieg und beendete die Börsensitzung 1,9 Prozent höher bei 11 300 Punkten. Dennoch dürfe nicht ausgeschlossen werden, dass die Bemühungen scheitern, warnte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Das Problem ist, dass beide Seiten den Deal zu unterschiedlichen Konditionen abschließen wollen."

Bei den deutschen Aktienwerten rückte Scout 24 ins Rampenlicht. Die Finanzinvestoren Blackstone und Hellman & Friedman wollen das Kleinanzeigenportal für insgesamt 5,7 Milliarden Euro übernehmen. Dies wäre die größte Übernahme eines börsennotierten Unternehmens hierzulande durch Finanzinvestoren. Die Titel von Scout 24 stiegen um 10,9 Prozent.

Gefragt waren außerdem die Papiere der Allianz, die sich um 3,2 Prozent verteuerten. Europas größter Versicherer steigerte seinen operativen Gewinn 2018 auf einen Rekordwert von 11,5 Milliarden Euro. Auf dieser Basis sollen die Dividende angehoben und weitere Aktien zurückgekauft werden. "Das einzige Haar in der Suppe ist der Ausblick für 2019", sagte ein Börsianer. Aktien aus dem Automobilsektor erholten sich im Zuge der positiven Entwicklung der amerikanisch-chinesischen Gespräche von ihren frühen Verlusten. Im Dax verbuchten Continental, BMW und Daimler klare Kursgewinne.

Ein Analystenkommentar beschleunigte Börsianern zufolge die Talfahrt von Tele Columbus. Die Aktien des Kabelnetz-Betreibers fielen zeitweise um knapp 14 Prozent auf ein Rekordtief. Commerzbank-Analystin Heike Pauls stufte die Papiere herunter und senkte zudem das Kursziel. Grund dafür seien die trüben Geschäftsaussichten des Unternehmens.

Die Börsen in New York verzeichneten ebenfalls Kursgewinne. Der Dow Jones ging mit einem Aufschlag von 1,7 Prozent bei 25 883 Punkten aus dem Handel.