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Aktien:Fusionsfieber stützt Modeaktien

Die Anleger halten sich am Donnerstag zurück. Große Kursbewegungen gibt es allerdings bei den Modeaktien. Sie profitieren von der Hoffnung auf Konsolidierung in der Branche.

Nach den jüngsten Kursgewinnen schwindet die Kauflaune der Aktienanleger. Angesichts widersprüchlicher Signale im Zollstreit zwischen den USA und China scheuten sie am Donnerstag größere Engagements. Der Dax beendete den Handel 0,7 Prozent tiefer bei 13 055 Punkten. "Die Anleger setzen darauf, dass es sich bei der Aussage von US-Präsident Trump, er habe es mit dem Handelsdeal nicht eilig, nur um einen Bluff am Pokertisch gehandelt hat", sagte Marktanalyst Milan Cutkovic vom Axitrader. "Denn 2020 ist das Jahr der Präsidentschaftswahl und der innenpolitisch schwer angeschlagene Präsident könnte einen Deal mit China gut gebrauchen." Experten mahnten aber auch zur Vorsicht. "Wie nahe die USA und China tatsächlich an einem Deal sind, lässt sich freilich nur schwer beurteilen", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. "Feiern sollten die Anleger den Deal erst, wenn die Tinte trocken ist und die Inhalte bekannt sind."

Bei Einzelwerten im Dax tat sich nur wenig. An der Spitze lagen die Papiere von MTU Aero Engines mit einem Aufschlag von 2,4 Prozent. Im M-Dax profitierten Hugo Boss von Übernahmespekulationen in der Modebranche: Der französische Luxuskonzern Kering erwägt Kreisen zufolge eine Übernahme der italienischen Modekette Moncler. Moncler-Aktien stiegen zeitweise um mehr als zwölf Prozent auf ein Rekordhoch. Allerdings versuchte Moncler-Chef und Großaktionär Remo Ruffini abzuwiegeln, es lägen keine konkreten Optionen für Zusammenschlüsse auf dem Tisch. Dennoch griffen Investoren in der Hoffnung auf eine weitere Konsolidierung in der Branche zu. In ihrem Fahrwasser gewannen auch Hugo Boss 1,2 Prozent. Siltronic verteuerten sich an der Spitze des M-Dax um vier Prozent. Die Metzler Bank hatte eine Kaufempfehlung für die Papiere des Waferherstellers ausgesprochen.

Die Aktien von Varta verloren dagegen 4,7 Prozent, obwohl das Unternehmen Ende Dezember in den Nebenwerte-Index M-Dax aufsteigt. Am Vorabend hatte der Großaktionär Montana Tech gut 800 000 Varta-Aktien veräußert. "Da nutzen einige die Gelegenheit für Gewinnmitnahmen, da die Aktien einen extrem guten Lauf hatten", sagte ein Börsianer.

An der Wall Street notierte der Dow Jones zur Handelsmitte etwas höher bei 27 678 Punkten.

© SZ vom 06.12.2019 / amon, Reuters, dpa
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