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Aktien:Fresenius überzeugt

Anleger zweifeln an einem raschen Ende der Coronavirus-Epidemie und halten sich zurück. Der Dax gibt deshalb leicht nach. Ein positiver Ausblick lässt Investoren bei Pharma-Papieren zugreifen.

Zweifel an einem raschen Ende der Coronavirus-Epidemie haben am Donnerstag die Stimmung von Aktienanlegern getrübt. Der Dax schloss 0,9 Prozent tiefer bei 13 664 Punkten. Der Ausbruch des Virus in Südkorea und Japan treibe den Anlegern Sorgenfalten auf die Stirn, sagte Analyst Pierre Veyret vom Brokerhaus ActivTrades. Da helfe auch die leichte Entspannung der Lage in China kaum. Größere Kursrücksetzer seien aber nicht zu erwarten, prognostizierte Anlagestratege Michael Hewson vom Brokerhaus CMC Markets. "Investoren gehen davon aus, dass die Regierungen und Notenbanken die möglichen wirtschaftlichen Auswirkungen abfedern können."

Unter den Einzelwerten im Dax eroberten nach Zahlenvorlage die Papiere des Gesundheitskonzerns Fresenius und dessen Tochter Fresenius Medical Care (FMC) die vorderen Plätze mit einem Plus von 3,7 beziehungsweise 2,3 Prozent. Fresenius erwartet nach einem Übergangsjahr mit Milliardeninvestitionen erneut Wachstum bei Umsatz und Gewinn. Der Erlös soll 2020 währungsbereinigt um vier bis sieben Prozent steigen. Analyst Tom Jones von der Berenberg Bank sprach im Fall von FMC von einem starken vierten Quartal, von einem beruhigenden Ausblick für 2020 und noch mehr Potenzial für 2021. Lufthansa-Aktien zählten dagegen mit einem Minus von 2,5 Prozent zu den größten Dax-Verlierern. Die Fluggesellschaft lässt wegen ausgesetzter Flüge nach China 13 Langstreckenjets am Boden. "Das hat spürbare wirtschaftliche Folgen", sagte ein Firmensprecher. Auch der Rivale Air France-KLM befürchtet Folgen der Epidemie in seiner Bilanz. Sollten die Flüge bis April ausgesetzt bleiben, werde das den Gewinn um 150 bis 200 Millionen Euro schmälern.

In Paris verloren die Papiere von Air France zeitweise mehr als neun Prozent, zum Handelsschluss lagen sie 3,8 Prozent tiefer.

Auch Versicherer gerieten unter Druck, der europäische Branchenindex gab um 1,7 Prozent nach. In Zürich ging es für die Aktien von Swiss Re um 8,1 Prozent nach unten. Der Schweizer Rückversicherer bekam menschengemachte und Natur-Katastrophen zu spüren und steigerte den Gewinn nicht so stark wie erwartet.

An den US-Börsen hielten sich die Anleger ebenfalls zurück. Der Dow Jones lag zum Handelsschluss 0,4 Prozent im Minus.

© SZ vom 21.02.2020 / rih, Reuters, dpa
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