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Aktien:Dow Jones auf Rekord

Zinssenkungsfantasien versetzen Anleger weltweit in Kauflaune. Der Dax schließt so hoch wie seit fast einem Jahr nicht mehr. An der Wall Street purzeln gleich bei den drei wichtigsten Indizes die Rekorde.

Angesichts einer Lösung im EU-Personalpoker haben die Anleger am deutschen Aktienmarkt wieder zugegriffen. Der Dax schloss 0,7 Prozent höher bei 12 616 Zählern und damit so hoch wie seit Juli letzten Jahres nicht mehr. Bei den Investoren kam die Nominierung Christine Lagardes als Präsidentin der Europäischen Zentralbank (EZB) gut an. "Lagarde teilt wahrscheinlich die Vorliebe von Mario Draghi für eine aggressive und innovative Geldpolitik", sagte Nigel Green, Gründer und Chef des Anlageberaters deVere. Sollte die Inflation niedrig bleiben, könne daher mit erneuten Geldspritzen gerechnet werden. Die Aussicht auf eine lockerere Geldpolitik in den USA beflügelte auch die Börsen an der Wall Street. Sowohl der Leitindex Dow Jones als auch der S&P 500 und der Technologie-Index Nasdaq Composite erklommen bislang unbekannte Höhen. Der Dow schloss in einem verkürzten Handel vor dem Unabhängigkeitstag 0,7 Prozent höher bei 26 966 Punkten - zugleich der höchste Stand seiner Geschichte. Genährt wurden die Zinssenkungsspekulationen unter anderem von unerwartet schwachen Zahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP, die einen Vorgeschmack auf die offiziellen Daten am Freitag lieferten. Spekulationen auf eine lockerere Geldpolitik der EZB und der US- Notbenbank hatten die Börsen zuletzt deutlich angetrieben.

In Frankfurt waren die Titel von Immobilienunternehmen besonders gefragt, sie gelten als Profiteure von Niedrigzinsen. Mit einem Plus von 2,7 Prozent war die Vonovia-Aktie der Top-Favorit im Dax. Die Anteile von Deutsche Wohnen, TAG und LEG Immobilien zählten im M-Dax zu den größten Gewinnern.

Bei den Standardwerten legten zudem die Aktien von Bayer um 1,5 Prozent zu. Ein US-Richter will die Schadensumme von 80 Millionen Dollar in einem der Glyphosat-Fälle voraussichtlich reduzieren. Allerdings hat Österreich als erstes EU-Land ein komplettes Verbot des umstrittenen Unkrautbekämpfungsmittels beschlossen.

Größter Gewinner im M-Dax war das Papier von Osram mit einem Plus von 11,5 Prozent auf 32,25 Euro. Der Lichttechnikkonzern bestätigte eine verbindliche Offerte der Beteiligungsunternehmen Bain und Carlyle über 35 Euro je Aktie. Insidern zufolge will der Osram-Aufsichtsrat an diesem Donnerstag in einer außerordentlichen Sitzung über das Angebot beraten.

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