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Aktien:Deutliche Verluste im Dax

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Die erneute Zuspitzung der Gaskrise belastet den Dax. Die hohen Gaspreise und die Lieferbeschränkungen lasten auf den Aktien des größten deutschen Gasimporteurs Uniper.

Die Furcht vor einer Rezession in Europa durch ausbleibende russische Gaslieferungen hat am Montag hektische Verkäufe an den heimischen Aktienmärkten ausgelöst. Der deutsche Leitindex Dax büßte 2,2 Prozent auf 12 761 Punkte ein. Der russische Gaslieferant Gazprom lässt alle Lieferungen durch die Pipeline Nord Stream 1 bis auf Weiteres ruhen - angeblich wegen technischer Probleme. Eine rasche Lösung der Energiekrise sei nicht in Sicht, warnte Naeem Aslam, Chef-Marktanalyst des Brokerhauses Ava-Trade. Daher drohe Europa ein wirtschaftliches Desaster.

Europaweit und auch hierzulande verzeichneten vornehmlich stark konjunkturabhängige Branchen wie der Chemie- und der Automobilsektor deutliche Verluste. Die hohen Gaspreise und die zunehmenden Lieferbeschränkungen lasteten vor allem auf den Aktien des größten deutschen Gasimporteurs Uniper, die zuletzt als Schlusslicht im M-Dax um elf Prozent absackten. Da sich das Unternehmen kurzfristig aus anderen Quellen mit Erdgas eindecken müsse, summierten sich die Verluste bei den aktuellen Preisen auf 100 Millionen Euro pro Tag, rechneten die Analysten der Bank Credit Suisse vor. Experten zufolge dürfte der Konzern bald weitere Staatshilfen brauchen.

Abwärts ging es auch für RWE und Eon, deren Papiere sich zeitweise um bis zu 4,3 Prozent verbilligten, sich zuletzt jedoch wieder erholten. Die Stromkonzerne litten unter anderem unter der geplanten Abschöpfung von Zufallsgewinnen von Energiefirmen. Die Idee sei zwar nicht neu, werde nun aber konkret, meinte ein Börsianer. Die Aussicht auf die Abschöpfung übermäßiger Gewinne traf auch Erneuerbare-Energien-Unternehmen. So knickten die Anteile des Solar- und Windpark-Betreibers Encavis um 3,7 Prozent und die von PNE um vier Prozent ein. In dem von der Gaskrise schwer belasteten Marktumfeld litten auch die Aktien aus der Online-Branche deutlich. Allen voran galt dies für Hellofresh, die im Handelsverlauf auf den niedrigsten Stand seit März 2020 fielen und zuletzt noch 1,7 Prozent verloren.

Kurz vor einer erwarteten Entscheidung zum möglichen Börsengang von Porsche AG gaben die Aktien der künftigen Muttergesellschaften des Automobilherstellers nach. Porsche SE fielen um 4,6 Prozent, die Aktien von Volkswagen notierten 3,7 Prozent tiefer.

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SZ vom 06.09.2022 / amon, Reuters, dpa
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