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Aktien:Dax tritt auf der Stelle

Es herrscht Zurückhaltung zum Wochenanfang an der Börse. Die Anleger wollen sich angesichts des Streits über weitere Corona-Hilfen in den USA nicht weit aus dem Fenster lehnen. Kaum Impulse gibt es von der Bilanzsaison.

Die Auseinandersetzung über weitere Corona-Hilfen in den USA hat am Montag an den europäischen Aktienmärkten für Zurückhaltung gesorgt. Der Dax trat nacheinem freundlichen Start meist auf der Stelle und schloss geringfügig höher bei 12 688 Punkten. Anleger waren zwar erleichtert, dass US-Präsident Donald Trump weitere Corona-Hilfen per Erlass angeordnet hat. Da neue finanzielle Mittel aber durch den US-Kongress bewilligt werden müssen, drohe noch eine Menge Gegenwind, warnte Analyst Timo Emden von Emden Research. Die Gespräche zwischen dem US-Präsidialamt und den Demokraten im Kongress waren am Freitag ohne Durchbruch zu Ende gegangen. Angesichts unverändert hoher Infektionszahlen ordnete Trump weitere Corona-Hilfen für Arbeitnehmer, Arbeitslose, Mieter und Studenten an. Neben den Unsicherheiten um weitere US-Hilfen drückten auch US-Sanktionen gegen die chinesischen Betreiber der Video-Plattform Tik-Tok und des Messengerdienstes We-Chat die Kauflaune.

Bei den zuletzt eher gemiedenen Finanzwerten griffen Anleger europaweit zum Wochenauftakt wieder zu. Im Dax waren Deutsche Bank mit plus 3,6 Prozent weit vorne. Dagegen gaben Technologie-Werte im Sog der jüngsten Gewinnmitnahmen an der US-Börse Nasdaq nach. Aktien von SAP und Infineon zählten mit minus 1,7 und 2,4 Prozent zu den größten Verlierern.

In puncto Berichtssaison in Deutschland ging es am Montag ruhiger zu. Kräftige Bremsspuren hat die Corona-Krise bei dem Ingenieur-Dienstleister Bertrandt hinterlassen. Händlern zufolge brach das Betriebsergebnis aber nicht so stark ein wie befürchtet. Die Aktien des Dienstleisters für die Autoindustrie büßten anfängliche Gewinne im Handelsverlauf dennoch wieder ein und schlossen 1,8 Prozent tiefer. Am M-Dax-Ende zollten die Titel des Kochboxenversenders Hellofresh ihrem zuletzt wieder guten Lauf Tribut und verloren mehr als fünf Prozent an Wert.

An der Wall Street ging der Dow Jones kurz 1,3 Prozent höher aus dem Handel. Die Aussicht auf eine mögliche Übernahme des US-Geschäfts der unter politischem Druck stehenden Video-Plattform Tik-Tok sorgte bei Twitter für Kursgewinne. Die Aktie des Kurznachrichtendienstes zog zeitweise um fünf Prozent an. Twitter habe Insidern zufolge beim chinesischen Tik-Tok-Eigentümer ByteDance Interesse angemeldet.

© SZ vom 11.08.2020 / amon, Reuters, dpa

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