Aktien:Dax schwächelt - hohe Verluste an US-Börsen

Lesezeit: 1 min

Aus Furcht vor den Folgen der hohen Inflation meiden Anleger Aktien weltweit. An den US-Börsen schockieren Geschäftszahlen der Einzelhändler. Deren Aktien rauschen in den Keller.

Aus Furcht vor den negativen Folgen der anhaltend hohen Inflation haben die Anleger am Mittwoch den europäischen Aktienmärkten den Rücken gekehrt. Hinzu kamen deutlich fallende Kurse an den US-Börsen, die von trüben Nachrichten aus dem US-Einzelhandelssektor und Zinserhöhungsängsten in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Dax fiel um 1,3 Prozent auf 14 008 Punkte, nachdem er am Dienstag um anderthalb Prozent gestiegen war. Auch das Thema Inflation rückte wieder stärker in den Fokus, nachdem die Verbraucherpreise in Großbritannien im April um neun Prozent und damit so stark wie seit 1982 nicht mehr gestiegen waren. Die Teuerung in der Euro-Zone verharrte im April gegenüber dem Vorjahresmonat bei 7,4 Prozent. Dies heizte die Zinsspekulationen für die Euro-Zone an, was tendenziell zu Abschlägen am Aktienmarkt führt.

Die sehr kurze Dax-Gewinnerliste führte die RWE-Aktie mit einem Aufschlag von 3,2 Prozent an. Fantasie für langfristige Windkraftziele auf hoher See und ein Milliardenplan der EU für die Unabhängigkeit von russischer Energie galten als Treiber. Bei der Commerzbank sorgte das Thema Übernahme für Rückenwind. Die Aktien gewannen um drei Prozent, nachdem die Financial Times berichtet hatte, dass die italienische Unicredit vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs einen Kauf der Konkurrentin und die Zusammenlegung mit der deutschen Tochter Hypo-Vereinsbank erwogen habe. Papiere von Tui fielen um 12,6 Prozent. Der Touristik-Konzern sammelte bei Anlegern 425 Millionen Euro frisches Kapital ein, um Staatshilfen zurückzuzahlen.

An der Wall Street flohen die Anleger aus Furcht vor drastischeren Zinserhöhungen der Notenbank Fed aus Aktien. Der Dow Jones rutschte um 3,6 Prozent ins Minus, der technologielastige Nasdaq Composite sackte gar um 4,8 Prozent ab. Erneut schockierten die US-Einzelhändler mit Kürzungen ihrer Prognosen. Nachdem die Aktien von Walmart bereits am Vortag deshalb eingebrochen waren, rauschten nun die Target-Papiere nach einem eingetrübten Ausblick des Discounters um 27 Prozent nach unten. "Wie bereits zuvor schon bei Amazon und Walmart zu sehen, geraten die Gewinnmargen der Einzelhändler durch Inflation und steigende Transport- und Lohnkosten gehörig unter Druck", kommentierte Konstantin Oldenburger von CMC Markets.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB