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Aktien:Dax schließt so hoch wie noch nie

Vor der Sitzung der US-Notenbank Fed rechnen Anleger damit, dass diese die Märkte weiterhin mit billigem Geld versorgt. Das hebt den deutschen Leidindex in neue Höhen.

Nachlassende Inflationssorgen haben die Anleger in Europa vor dem Treffen der US-Notenbank Fed weiter zu Aktien greifen lassen. Der Dax ging am Dienstag 0,4 Prozent höher bei 15 730 Punkten aus dem Handel, das ist der höchste Schlusskurs in seiner Geschichte. Die Investoren zeigten sich zuversichtlich, dass die Geldschleusen der Notenbanken weiterhin weit geöffnet bleiben und der Pandemie eine kräftige Wirtschaftserholung folgt. "Wir erwarten nicht, dass die Inflation zu einer verfrühten Straffung der Geldpolitik führt oder die Aktienrally entgleisen lässt", sagte Mark Haefele, Investmentchef bei UBS Global Wealth. "Mehrere Faktoren, die die Inflation in die Höhe getrieben haben, werden in den kommenden Monaten wahrscheinlich nachlassen", betonte Haefele.

Im Fokus standen die Aktien aus der Luftfahrtbranche. Die EU und die USA haben einen Kompromiss im Streit über Strafzölle wegen Subventionen für die Flugzeugbauer Airbus und Boeing erzielt und damit einen ihrer schwierigsten Handelskonflikte entschärft. Zentraler Punkt ist, dass die gegenseitig verhängten Strafzölle für fünf Jahre ausgesetzt werden. Die Papiere von Airbus legten 0,6 Prozent zu. Die Aktie des US-Rivalen Boeing stieg in New York um 0,2 Prozent. Positive Impulse bekam die Branche auch von einer Studie der Berenberg Bank. Nach drastischen Produktionskürzungen im Flugzeugbau in der Corona-Krise nehme die Erholung nun wieder Fahrt auf, urteilte Analyst Andrew Gollan. Daraufhin zogen die Titel des Triebwerksherstellers MTU als einer der Dax-Favoriten um 1,8 Prozent an. Hingegen gab die Aktie der Lufthansa um 3,2 Prozent nach. Eine Kapitalerhöhung wird konkreter und ließ die Anleger vorsichtiger werden. Fallende Metallpreise wirkten negativ auf Stahl- und Kupferwerte. Die Anteile der Kupferhütte Aurubis gaben 1,8 Prozent nach, der Stahlhändler Klöckner & Co verlor im S-Dax fünf Prozent, und Thyssenkrupp als klares Schlusslicht im M-Dax sank um 7,4 Prozent. Der Umsatz des schwedischen Modeeinzelhändlers H&M stieg um 62 Prozent. Analysten hatten jedoch mehr erwartet. Die Aktien verloren in Stockholm 1,8 Prozent. Wie schon am Vortag hielten sich die US-Anleger einen Tag vor der Fed-Sitzung zurück. Der Dow Jones lag zur Handelsmitte mit 0,3 Prozent im MInus.

© SZ vom 16.06.2021 / Rih, dpa, Reuters
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