Aktien:Dax leicht im Plus

Investoren an Europas Börsen nehmen die US-Inflationsdaten für August mit Erleichterung auf. Der Dax tendiert freundlich. In Hongkong stürzen die Aktien des Baukonzerns Evergrande weiter ab.

Der deutsche Aktienmarkt hat am Dienstag nach der Veröffentlichung der mit Spannung erwarteten US-Inflationsdaten freundlich reagiert. Letztlich hielt sich der Rückenwind aber in Grenzen. "Es wird am Markt verhalten positiv gesehen, dass es keine negative Überraschung gab", sagte ein Händler. Der Dax schloss 0,1 Prozent höher bei 15 723 Punkten. So hat der Preisauftrieb in den USA leicht nachgelassen. Die Preissteigerungsdaten für August deuteten darauf hin, dass die Inflation in den USA ihren Höchststand erreicht haben könnte. Im Dax gaben die Aktien des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Merck nach einer Verkaufsempfehlung durch die Schweizer Bank UBS um 1,2 Prozent nach und zählten zu den größten Dax-Verlieren. Erst kürzlich hatten sie ein Rekordhoch erreicht. Analyst Michael Leuchten hält jedoch die hohe Bewertung für überzogen und glaubt nicht daran, dass das von den Darmstädtern angestrebte mittelfristige Wachstum in gleichem Maß auf die Ergebnisentwicklung durchschlägt.

Im M-Dax zählten die Aktien des Medizintechnik-Konzerns Siemens Healthineers mit einem Aufschlag von 3,1 Prozent zu den Top-Favoriten. Börsianer verwiesen auf die allgemein gute Stimmung für die Aktie mit dem bevorstehenden Dax-Aufstieg und die Aussicht auf eine Erhöhung der Mittelfristziele. Zudem äußerten sich die Berenberg-Analysten positiv. Norma-Aktien brachen dagegen im S-Dax um 15,8 Prozent ein. Der hessische Auto- und Industriezulieferer senkte wegen gestiegener Material- und Frachtkosten seine Gewinnprognose für das laufende Jahr.

In Hongkong sackten die Aktien des in Geldnot geratenen chinesischen Bauunternehmens Evergrande um weitere elf Prozent ab, nachdem die Firma mitgeteilt hatte, dass mangels Immobilienverkäufen ein erneuter Liquiditätsengpass drohe. Seit Jahresanfang haben Evergrande-Papiere rund 80 Prozent an Wert verloren. In den USA gingen die Börsen auf Berg- und Talfahrt. Nach deutlichen Kursgewinnen zum Handelsanfang schloss der Dow Jones 0,8 Prozent im Minus. Bei den Einzelwerten sorgte der Impfstoffentwickler Curevac für Aufsehen: Das Unternehmen gibt Produktionspartnerschaften für seinen Covid-19-Impfstoff auf und zieht damit Konsequenzen aus den enttäuschenden Studienergebnissen. Die Papiere verloren acht Prozent.

© SZ vom 15.09.2021 / rih, Reuters, dpa
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