bedeckt München 26°

Aktien:Dax fehlt der Schwung

Wegen der feiertagsbedingten Abwesenheit der US-Anleger gibt es abgesehen von der Mailander Börse kaum Bewegung an den Märkten. Umso interessanter scheint die Kursentwicklung bei den Aktien aus der zweiten Reihe.

Nach einem gelungenen Start in den Tag hat der Dax im weiteren Handelsverlauf an Schwung verloren. Angetrieben von neuen Hoffnungen auf eine anhaltend lockere Geldpolitik erreichte der Leitindex zunächst bei 12 656 Punkten ein neues Jahreshoch. Zum Schluss notierte er noch 0,1 Prozent höher bei 12 630 Punkten. Auslöser für die jüngsten Zinsfantasien war die Nominierung Christine Lagardes als neue EZB-Chefin. Am Donnerstag fehlten allerdings die Impulse von der Wall Street, da der US-Aktienmarkt wegen des Unabhängigkeitstags geschlossen blieb.

Bei den Unternehmen richteten Anleger ihren Blick auf Thyssenkrupp. Das Bankhaus Metzler hatte die Papiere des Stahlherstellers zum Verkauf empfohlen. Die Aktie landete mit einem Minus von 2,1 Prozent am Dax-Ende. Volkswagen-Papiere gewannen 0,7 Prozent dazu, nachdem Medien über Fortschritte bei den Verhandlungen zur Zusammenarbeit mit dem US-Wettbewerber Ford berichteten. Beobachter erwarten, dass die Allianz erhebliche Kosteneinsparungen mit sich bringen dürfte. Im Nebenwerteindex M-Dax stand Osram im Rampenlicht. Die Finanzinvestoren Bain Capital und Carlyle bieten für den kriselnden Leuchten-Hersteller 35 Euro je Aktie oder insgesamt 3,4 Milliarden Euro. Die Offerte komme nicht überraschend, schrieb DZ Bank-Analyst Karsten Oblinger. Osram-Aktien stiegen um weitere 2,2 Prozent, nachdem sie schon am Mittwoch in Erwartung des Deals elfeinhalb Prozent zugelegt hatten. Ob Bain und Carlyle zum Zug kommen, ist aber noch offen.

Zu den Favoriten im M-Dax zählten die Papiere des Kupferproduzenten Aurubis. Hier kurbelte ein optimistischer Analystenkommentar die Nachfrage an. Die Aktie gewann mehr als zwei Prozent an Wert. Die Titel von Wacker Neuson verloren hingegen zeitweise vier Prozent auf 20,20 Euro. Großaktionäre verkauften 3,8 Millionen Papiere des Baumaschinen-Herstellers zum Preis von je 20 Euro.

Am europäischen Aktienmarkt griffen die Anleger vor allem zu italienischen Banken, nachdem die EU-Kommission im Haushaltsstreit mit Italien vorerst keine Sanktionen mehr vorantreiben will. Zu den Favoriten zählten in Mailand UBI Banca, Unicredit und Banco BPM mit Kursgewinnen von bis zu 4,3 Prozent. Der Mailänder Leitindex kam knapp ein Prozent voran.

  • Themen in diesem Artikel: