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Aktien:Dax fällt unter 12 000 Punkte

Die Furcht vor den Folgen der weltweiten Coronavirus-Epidemie brockt den internationalen Aktienmärkten die schwärzeste Woche seit der Finanzkrise 2008 ein.

Der Ausverkauf an den internationalen Aktienmärkten wegen der Angst vor den Folgen der weltweiten Coronavirus-Epidemie hat sich am Freitag weiter verschärft. Im frühen Handel fiel der Dax zeitweise um 5,2 Prozent auf ein Dreieinhalb-Jahrestief von 11 724 Punkten. Zum Ende der Börsensitzung notierte der deutsche Leitindex immer noch 3,9 Prozent tiefer bei 11 890 Zählern. Auf Wochensicht verzeichnete er ein Minus von 12,5 Prozent. "Die Börse preist gerade einen Tsunami an Gewinnwarnungen aus den Unternehmen ein", sagte Analyst Jochen Stanzl vom Online-Broker CMC Markets. Die Kurse rauschten am Freitag in die Tiefe wie zu Zeiten der Finanzkrise. David Folkerts-Landau, Chef-Volkswirt der Deutschen Bank, prophezeite eine Rezession in Deutschland und auch global. "Innerhalb weniger Tage wurden die Kursgewinne der vergangenen Wochen und Monate pulverisiert", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. "Panik macht sich breit."

Zu den schwächsten Dax-Werten gehörten die Papiere von BASF, die um fünf Prozent nachgaben. Der Chef des weltgrößten Chemiekonzerns, Martin Brudermüller, zeichnete bei der Vorlage der Jahreszahlen ein recht düsteres Bild wegen des Virus. Er erwartet vor allem nicht, "dass die Corona-Effekte im Jahresverlauf vollständig ausgeglichen werden können." Papiere von Munich Re verloren 5,7 Prozent. Der Rückversicherer hat seinen Gewinn 2019 trotz deutlich gestiegener Großschäden zwar kräftig gesteigert. Die noch optimistischeren Erwartungen von Analysten wurden jedoch verfehlt. Im M-Dax konnten Thyssenkrupp-Aktien ihre anfänglichen Gewinne nicht halten und lagen zuletzt fünf Prozent im Minus. Der Industriekonzern verkauft seine Aufzugssparte für 17,2 Milliarden Euro.

Gefragt waren die Aktien vermeintlicher Profiteure der Viruserkrankung wie Drägerwerk und Teamviewer, die um zwei beziehungsweise 7,6 Prozent an Wert gewannen. Der Medizin- und Sicherheitstechnikkonzern Drägerwerk stellt Atemschutzmasken her. Teamviewer ist ein Software-Hersteller für Computerfernwartung und Videokonferenzen, die immer mehr Unternehmen nutzen, um Mitarbeiter von zu Hause aus arbeiten zu lassen.

Auch an den US-Börsen sorgte die Entwicklung der Virusepidemie für Verluste. Der Dow Jones verlor 1,4 Prozent auf 25 409 Punkte.

© SZ vom 29.02.2020 / rih, Reuters, dpa
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