Aktien:Dax etwas schwächer

Ein rückläufiger Ifo-Geschäftsklimaindex trägt zur Zurückhaltung der Anleger bei. Nach der gescheiterten Übernahme der Deutsche Wohnen durch Vonovia hoffen Anleger auf ein höheres Angebot.

Der Dax hat am Montag moderat nachgegeben. Auf der Stimmung der Anleger lastete auch das Ifo-Geschäftsklima, das einen schwächeren Geschäftsausblick signalisierte. Zum Handelsende lag der deutsche Leitindex 0,3 Prozent tiefer bei 15 619 Punkten. Die deutsche Wirtschaft habe das Wachstumshoch durchschritten, sagte Volkswirt Thomas Gitzel von der VP Bank in Liechtenstein. Der wohl wichtigste deutsche Frühindikator gebe Einblicke für die kommenden Monate. Im Herbst werde die deutsche Wirtschaft vom Aufholmodus in den Normalmodus wechseln. "Darauf bereitet uns der Ifo-Geschäftsklimaindex vor." Zudem könnte auch die Ausbreitung der Delta-Variante des Coronavirus den Ausblick eingetrübt haben, außerdem belasteten die Lieferschwierigkeiten bei Vorprodukten und Rohstoffen.

Für Gesprächsstoff unter den Anlegern sorgte der zweite gescheiterte Übernahmeversuch von Deutsche Wohnen durch Vonovia. Deutschlands größter Wohnungskonzern hat die angestrebte Mindestannahmeschwelle von 50 Prozent der Deutsche-Wohnen-Anteile nicht erreicht, was die Voraussetzung für die Übernahme war. Mit minus 2,5 Prozent waren die Titel von Vonovia der schwächste Dax-Wert, während die Aktie von Deutsche Wohnen mit plus 1,2 Prozent die Index-Spitze einnahm. Anleger setzen nun darauf, dass Vonovia ein neues und höheres Angebot abgibt.

Automobilwerte erholten sich etwas von ihren Tagestiefs. Die Papiere von Continental und Volkswagen schlossen 1,2 beziehungsweise 0,8 Prozent tiefer. BMW-Aktien gingen unverändert und Daimler mit plus 0,2 Prozent aus dem Handel. Wegen fehlender Bauteile mit Computerchips unterbricht BMW seine Autoproduktion im Werk Regensburg für eine Woche.

Höhere Buchungszahlen im Frühjahr ließen Anleger bei Ryanair zugreifen, was die Aktie der irischen Billig-Fluggesellschaft um 3,3 Prozent nach oben trieg. Der niederländische Medizintechnik-Konzern Philips muss weitere 250 Millionen Euro für angeblich gesundheitsgefährdende Beatmungsgeräte bei Schlafstörungen zurückstellen, was die guten Quartalszahlen überschattete. Philips-Aktien gaben in Amsterdam 4,1 Prozent nach.

Auch die Anleger an den US-Börsen agierten vorsichtig. Der Dow Jones notierte zur Handelsmitte unverändert bei 35 085 Zählern.

© SZ vom 27.07.2021 / rih, Reuters, dpa
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