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Aktien:Dax erholt sich weiter

Noch mehr frisches Notenbankgeld soll der schwächelnden Konjunktur auf die Sprünge helfen. So hoffen die Investoren. Das treibt die Kurse an den Aktienbörsen weiter an, der Dax setzt seine Erholung fort.

Die Hoffnung auf Konjunkturhilfen haben zu Wochenbeginn die Rezessionssorgen an den Aktienmärkten in den Hintergrund gedrängt. Der Dax setzte seinen am vergangenen Freitag eingeschlagenen Erholungskurs fort und legte am Montag um 1,3 Prozent auf 11 715 Punkte zu. Die Investoren spekulierten insbesondere auf frisches Geld von den großen Notenbanken. Hierzu kam leichte Unterstützung zunächst aus China. Das Land reformiert seine staatlich gesteuerte Zinspolitik. Die chinesische Notenbank teilte mit, dass die Banken ihre Neukreditvergabe an einem neuen Zinssatz ausrichten sollen. Dieser liegt spürbar tiefer als der zuvor maßgebliche Zins der chinesischen Zentralbank. Fachleute sprachen daher von einer faktischen Lockerung der Geldpolitik. Außerdem seien Anleger erleichtert, dass die erneuten Proteste in Hongkong am Wochenende friedlich verliefen und China nicht in die ehemalige britische Kronkolonie einmarschiert sei, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Parallel dazu sagte Larry Kudlow, Wirtschaftsberater der US-Regierung, dass die Handelsgespräche mit China in den kommenden Tagen fortgesetzt würden.

Bei den Einzelwerten sorgte die Nachricht, dass die USA die Sondererlaubnis für Geschäfte mit dem chinesischen Netzwerk-Ausrüster und Smartphone-Hersteller Huawei um 90 Tage verschieben werden, für deutliche Kursgewinne bei den Halbleiter-Aktien. So zog im Dax das Papier von Infineon an der Dax-Spitze um 3,8 Prozent an, im M-Dax waren die Titel von Dialog Semiconductor mit plus 5,2 Prozent der Top-Favorit. An den US-Börsen profitierten die Anteile von Intel, Micron und AMD ebenfalls von der Entscheidung.

Investoren griffen auch bei den Werten zu, die wegen der Rezessionsängste zuletzt unter die Räder gekommen waren. So stiegen die Aktien der Deutschen Bank um 2,7 und die der Commerzbank um 1,1 Prozent.

Einen schlechten Tag erwischten hingegen die Aktionäre von Vapiano. Der Aktienkurs der Restaurantkette sackte um 6,9 Prozent ab. Der Chef der angeschlagenen Restaurantkette, Cornelius Everke, kündigte überraschend seinen Rücktritt an.

Auch an der Wall Street waren die Anleger in Kauflaune. Der US-Leitindex Dow Jones verbesserte sich um knapp ein Prozent auf 26 136 Punkte.

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