Aktien:Corona-Variante sorgt für Kurssturz

Lesezeit: 1 min

An den Börsen herrscht große Unruhe, der Dax liegt zum Wochenschluss tief im Minus. Von dem Ausverkauf sind insbesondere Aktien aus der Reisebranche betroffen.

Die zunächst in Südafrika entdeckte neue Coronavirus-Variante hat zum Wochenschluss weltweit für einen Kursrutsch an den Börsen gesorgt. "Wir wissen noch nicht viel über sie", sagte Roland Kaloyan, Chef Anlagestratege bei der Bank Société Générale. "Aber wenn die neue Variante eine ernste Sache ist, könnte es die Konjunkturaussichten verändern." Der Dax rutschte bis zum Handelsschluss am Freitag um 4,2 Prozent auf 15 257 Zähler. "Sollte sich die neue Variante als sehr aggressiv herausstellen, könnte dies wie bei der ersten Corona-Welle mit der Schließung des internationalen Flugverkehrs einhergehen", warnte Anlagestratege Jürgen Molnar vom Brokerhaus Robo-Markets. Vor diesem Hintergrund brach der Index der europäischen Reise- und Tourismuswerte um 8,7 Prozent ein. Im Mittelwerte-Index M-Dax rutschten die ohnehin wegen der Pandemie belasteten Lufthansa-Anteile auf ein Rekordtief ab - zum Handelsschluss standen sie noch mit knapp 13 Prozent im Minus. Für Anteilsscheine des Flugzeugbauer Airbus ging es am Dax-Ende um 11,6 Prozent abwärts, gefolgt von den Titeln des Triebwerksherstellers MTU mit minus 11,3 Prozent. Im M-Dax verloren Fraport-Papiere 11,5 Prozent an Wert.

Bei Anbietern von Coronavirus-Impfstoffen griffen Investoren dagegen beherzt zu. So stiegen die in Frankfurt gehandelten Aktien von Biontech um 18,6 Prozent. In den USA gewannen die Titel ihres Entwicklungspartners Pfizer gut sechs Prozent.

Gefragt waren auch die als Corona-Gewinner geltende Werte: Aktien des Kochboxenversenders Hellofresh, des Essenslieferdienstes Delivery Hero, von Online-Einzelhändler Zalando und des Pharma-und Chemiekonzerns Merck KGaA verteuerten sich als Dax-Favoriten bis zu fünf Prozent. Papiere des Laborausrüsters Sartorius zogen um 4,2 Prozent an.

Verkaufsgerüchte sorgten derweil für einen Kurssprung von 9,4 Prozent bei der Aktie der Software AG. Laut der Nachrichtenagentur Bloomberg prüft der Software-Anbieter strategische Optionen, darunter auch den eigenen Verkauf.

Auch an der Wall Street rutschten nach dem Feiertag Thanksgiving die Kurse ab. In einem verkürzten Handel am "Black Friday" verzeichnete der Leitindex Dow Jones Verluste von 2,5 Prozent auf 34 899 Punkte.

Zur SZ-Startseite

Lesen Sie mehr zum Thema

Süddeutsche Zeitung
  • Twitter-Seite der SZ
  • Facebook-Seite der SZ
  • Instagram-Seite der SZ
  • Mediadaten
  • Newsletter
  • Eilmeldungen
  • RSS
  • Apps
  • Jobs
  • Datenschutz
  • Kontakt und Impressum
  • AGB