bedeckt München 22°

Aktien:Corona-Sorgen setzen Börsen zu

Steigende Coronavirus-Infektionszahlen in Teilen der Welt schicken die Aktienmärkte erneut auf Talfahrt. Wirecard-Aktien brechen weiter ein.

Sorgen vor einer neuen Corona-Infektionswelle haben am Mittwoch an Europas Börsen wieder um sich gegriffen. Der Dax schloss 3,4 Prozent im Minus bei 12 094 Punkten. In einigen US-Bundesstaaten wuchs die Zahl der Corona-Infizierten so stark wie noch nie. In Lateinamerika und Indien stiegen die Infektionen ebenfalls sprunghaft. "Es herrscht Furcht, dass das Wiederaufleben des Erregers das Ideal-Szenario einer raschen wirtschaftlichen Erholung gefährdet", sagte Analyst Ricardo Evangelista vom Brokerhaus ActivTrades. "Nachrichten rund um Corona überlagern die positiven Ifo-Daten", sagte Marktexperte Andreas Lipkow von der Comdirect Bank. Wie das Ifo-Institut bekannt gegeben hatte, hellte sich die Stimmung deutscher Unternehmen seit dem drastischen Einbruch in der Corona-Krise im Juni kräftig auf.

Nach anfänglichen Gewinnen sackten Wirecard-Papiere am Dax-Ende um 28,3 Prozent ab. Große Kunden wenden sich ab, nachdem Wirecard Anfang der Woche eingeräumt hatte, dass ein bilanziertes Vermögen von 1,9 Milliarden Euro auf Konten in Asien wohl gar nicht existiert. Die Aussicht auf langfristig niedrige Zinsen setzte den Finanzwerten zu. Wegen Einnahmeausfällen im klassischen Kreditgeschäft müsse mit enttäuschenden Geschäftszahlen der Institute gerechnet werden, schrieben die Analysten der Berenberg Bank. Im Dax verlor Deutsche Bank 5,1 Prozent. Commerzbank-Titel gaben im M-Dax um sechs Prozent nach.

Volkswagen ist Insidern zufolge in Übernahmegesprächen mit dem französischen Autovermieter Europcar. In Paris stiegen Europcar-Papiere zeitweise um 17 Prozent. Dialog Semiconductor gibt sich angesichts einer hohen Nachfrage nach Computern in der Corona-Krise optimistischer. Die Aktien des Halbleiterherstellers stiegen um 6,4 Prozent.

Der sprunghafte Anstieg der Coronavirus-Neuinfektionen in Teilen der USA setzte der Wall-Street-Rally ein vorläufiges Ende. Der Dow Jones verlor 2,7 Prozent.

Der Computerkonzern Dell erwägt einem Medienbericht zufolge einen Verkauf seiner rund 50 Milliarden Dollar schweren Mehrheitsbeteiligung an der Software-Firma VMware. Zudem zieht Dell auch andere Optionen wie eine Komplettübernahme von VMware in Betracht. Dell-Papiere legten um 8,3 Prozent zu.

© SZ vom 25.06.2020 / rih, Reuters, dpa

Lesen Sie mehr zum Thema

Zur SZ-Startseite