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Aktien:Corona-Sorgen belasten

Auf die Stimmung der Anleger drücken die steigenden Corona-Infektionszahlen und die Verschärfung der Restriktionen in mehreren Ländern.

Aktienanleger haben zum Wochenstart zwischen Hoffen und Bangen geschwankt. Der Dax konnte die anfangs übersprungene Marke von 13 000 Punkten nicht halten und beendete den Handel 0,4 Prozent tiefer bei 12 855 Punkten. Im Fokus der Anleger stand weiterhin die Corona-Pandemie. "Sie beunruhigt das mittlerweile außer Kontrolle geratene Infektionsgeschehen in der alten Welt", sagte Analyst Timo Emden von Emden Research. Mut machten Investoren chinesische Konjunkturdaten, obwohl die dortige Wirtschaftsentwicklung im dritten Quartal mit plus 4,9 Prozent hinter der Markterwartung von 5,2 Prozent zurückblieb. Chinas Wirtschaft sei bei weitem nicht in Topform, sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners. Aber sie erhole sich solide.

Unter den Einzelwerten zählten die Aktien von Munich Re mit einem Plus von gut einem Prozent zu den größten Dax-Gewinnern. Der Rückversicherer sendete positive Signale für eines seiner wichtigsten strategischen Wachstumsfelder: Wegen des Digitalisierungsschubs in der Corona-Pandemie rechnet man mit einer stärkeren Nachfrage im Geschäft mit Cyber-Versicherungen. In der Schaden- und Unfall-Rückversicherung erwartet die Munich Re zudem weiter steigende Preise im kommenden Jahr. Gefragt waren die Anteile von Hello-Fresh. Die Papiere des Kochboxenversenders und Corona-Gewinners erklommen im M-Dax mit 56,40 Euro einen weiteren Höchststand und haben sich damit im bisherigen Jahresverlauf bereits verdreifacht. Berenberg-Analyst Robert Berg stockte sein bereits vergleichsweise hohes Kursziel nach der erneuten Prognoseerhöhung vom Freitag in einer aktuellen Studie auf 68 Euro auf.

Die Evotec-Titel rückten um 1,4 Prozent vor. Der Wirkstoff-Forscher bekommt eine Förderung von der Stiftung von Microsoft-Gründer Bill Gates. Mit der Geldspritze, über deren Höhe keine Angabe gemacht wurde, soll die Entwicklung und Herstellung von Antikörpern gegen Covid-19 in den USA vorangetrieben werden. An der Wall Street ging der Dow Jones mit einem Abschlag von 1,4 Prozent aus dem Handel. Hier befürchteten die Anleger, dass es vor den Präsidentschaftswahlen Anfang November nicht mehr zu einer Verabschiedung eines Corona-Hilfspaketes zur Ankurbelung der Wirtschaft kommen wird.

© SZ vom 20.10.2020 / rih, Reuters, dpa

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