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Aktien:Brexit-Verschiebung hilft Airlines

Der vertagte EU-Austritt des Vereinigten Königreichs verlängert die Unsicherheit, dennoch ist die Stimmung an den Börsen positiv. Vor allem Aktien von Fluggesellschaften gewinnen an Wert.

Das vorerst abgewendete Brexit-Chaos hat Börsianer in Europa aufatmen lassen. Nach einem durchwachsenem Start ging der deutsche Leitindex Dax 0,3 Prozent höher bei 11 945 Punkten aus dem Handel. Die Staats- und Regierungschefs der Europäischen Union räumten Großbritannien einen weiteren Aufschub des Brexits bis zum 31. Oktober ein. "Die gute Nachricht ist, dass ein harter Brexit vorerst abgewendet werden konnte", sagte LBBW-Investmentanalyst Clemens Bundschuh. Vertreter der deutschen Wirtschaft begrüßten dies, warnten aber auch vor einer lähmenden Ungewissheit für die Unternehmen.

Fluggesellschaften profitierten besonders von der Fristverlängerung. Die Aktien der Lufthansa stiegen an der Dax-Spitze um 3,1 Prozent. Auch die Papiere von Easyjet, Ryanair, der British-Airways-Mutter IAG und Air France gewannen kräftig an Wert. Ein harter Brexit hätte Experten zufolge weitreichende Folgen für den Sektor. Britischen Fluggesellschaften droht der Verlust sämtlicher Flugrechte innerhalb der EU, falls es keinen Ersatz für das EU-Regelwerk gibt. Freundlich zu ging es auch bei den möglichen Fusionskandidaten Commerzbank und Deutsche Bank, deren Papiere um 2,6 und 3,4 Prozent stiegen.

Im M-Dax baute die Aktie von Siltronic ihren fünfprozentigen Vortagesverlust um weitere 4,4 Prozent aus. Der Gewinnwarnung vom Mittwoch folgten nun negative Analystenstimmen. Auch die Titel von Aurubis verloren mehr als vier Prozent an Wert. Goldman Sachs hatte die Aktie des Kupferkonzerns zum Verkauf empfohlen.

Dagegen profitierten im S-Dax Hapag-Lloyd-Anteile mit plus 2,1 Prozent von einer Hochstufung durch das Investmenthaus Mainfirst. Laut Analyst Tobias Sittig ist die Realität in der Container-Branche etwas besser als die Stimmung es vorgebe. Dies trieb auch die Aktie des Hafenbetreibers HHLA um zwei Prozent nach oben.

An der Wall Street notierte der Dow Jones eineinhalb Stunden vor Handelsende etwas tiefer. Getrübt wurde die Stimmung unter anderem davon, dass die US-Unternehmen in der vergangenen Woche weniger Arbeitsplätze geschaffen haben als erwartet. Die Anteilsscheine von Tesla gaben um 3,2 Prozent nach. Der Elektroautobauer und der japanische Panasonic-Konzern wollen einem Bericht zufolge ihre Pläne zum Ausbau der Batteriefabrik Gigafactory auf Eis legen.

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