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Aktien:Börsen fallen nach Trump-Tweets

US-Präsident Donald Trump verhängt Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus zwei südamerikanischen Ländern. Mit seiner Ankündigung schickt er den Dax auf Talfahrt.

Die Wiedereinführung der US-Strafzölle auf Stahl und Aluminium aus Brasilien und Argentinien hat die Anleger am Montag weltweit verschreckt. Der Dax gab am Montag seine anfänglichen Gewinne wieder ab und beendete den Handel gut zwei Prozent tiefer bei 12 965 Punkten. Die Anleger seien beunruhigt über die per Twitter angekündigte Bereitschaft Trumps, Zölle einzuführen, sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager beim Vermögensverwalter QC Partners. "Sie fragen sich jetzt, ob er tatsächlich bereit ist, die bereits bestehenden Strafzölle gegen China zurückzunehmen." Allerdings sind die Verhandlungen zwischen den USA und China einem Medienbericht zufolge derzeit ohnehin ins Stocken geraten. "Ein baldiges Teilabkommen zwischen beiden Staaten noch in diesem Jahr scheint erst einmal vom Tisch zu sein", sagte Analyst Christian Henke vom Brokerhaus IG. In den Hintergrund gerieten Konjunkturzahlen aus China, wonach das Wachstum der Industrie inmitten des Handelsstreits mit den USA im November unerwartet stark gestiegen sei.

Am deutschen Aktienmarkt rückte die Lufthansa ins Rampenlicht. Einem Medienbericht zufolge ist Qatar Airways an einem Einstieg interessiert. Die deutsche Airline zeigte dem staatlichen Rivalen aus dem Emirat Katar aber die kalte Schulter. Lufthansa-Aktien legten dennoch zeitweise 2,4 Prozent zu.

Mit einem Minus von 5,4 Prozent standen die Titel von RWE am Dax-Ende. Händler sehen dabei einen Zusammenhang mit der Kür von Norbert Walter-Borjans und Saskia Esken zur neuen SPD-Spitze: Diese hatten unter anderem angekündigt, das Klimapaket nachbessern zu wollen. Sollte die große Koalition zerbrechen und sollte die Union dann ein Bündnis mit den Grünen eingehen, dürfte das den Kohleausstieg beschleunigen, sagte ein Börsianer. Im M-Dax stiegen die Aktien von Pro Sieben Sat 1 deutlich um 1,4 Prozent. Der Medienkonzern und sein Branchenkollege Mediaset werden über den kürzlichen Einstieg der Italiener bei den Münchnern reden.

Auch an der Wall Street war die Stimmung nach Trumps Tweet getrübt. Der Dow Jones ging fast ein Prozent tiefer bei 27 785 Punkten aus dem Handel. Die US-Stahlkonzerne profitierten indes von den Strafzöllen gegen Argentinien und Brasilien. Die Aktien von US Steel notieren gut vier Prozent fester, AK Steel stiegen um fast fünf Prozent.