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Aktien:Bayer enttäuscht Anleger

Der Dax legt einen trägen Start in den Börsenmonat Oktober hin. Politische Risiken stimmen Anleger vorsichtig. Investoren trennen sich von Bayer-Aktien nach einem trüben Geschäftsausblick.

Europas Anleger gingen mit Vorsicht in das von der Corona-Krise, dem Brexit und der US-Wahl geprägte Schlussquartal des Jahres. Der Dax schloss am Donnerstag mit 12 731 Punkten 0,2 Prozent tiefer. Viele Investoren setzten darauf, dass sich in den USA Republikaner und Demokraten doch noch auf ein billionenschweres Konjunkturpaket einigen könnten, bevor der Aufschwung nach der Corona-Krise wieder an Schwung verliere, sagte Milan Cutkovic, Marktanalyst beim Brokerhaus Axi-Trader. "Es bleibt nicht viel, und je mehr sich die Verhandlungen in die Länge ziehen, desto größer wird das Risiko für die Wirtschaft." Wegen einer technischen Panne fiel der Handel an der Tokioter Börse am Donnerstag aus.

Anleger quittierten einen schwachen Ausblick von Bayer mit Verkäufen. Die Aktien des Pharma- und Agrarchemiekonzern sackten am Dax-Ende um 13,1 Prozent ab. Bayer teilte mit, dass für das Jahr 2021 ein Umsatz in etwa auf dem Niveau von 2020 zu erwarten sei. Den gesenkten Ausblick für dieses Jahr bestätigte der Konzern. Besonders in der Agrarbranche hätten sich in der Corona-Krise die Wachstumserwartungen reduziert, hieß es. Bayer will nun die Kosten senken und voraussichtlich weitere Stellen abbauen. Aufwärts ging es dagegen für Technologiewerte. Der französisch-italienische Chiphersteller STMicroelectronics steigerte seinen Umsatz um gut ein Viertel und hob seine Prognose für das laufende Geschäftsjahr an. In Paris legten die Aktien 7,1 Prozent zu. Die Papiere des Konkurrenten Infineon lagen mit einem Plus von 7,6 Prozent an der Dax-Spitze. Nach einem Folgeauftrag aus der Türkei notierten die Aktien des Windkraftanlagenbauers Nordex im S-Dax um vier Prozent höher.

Die Erholung des schwedischen Modekonzerns Hennes & Mauritz (H&M) setzt sich fort. Dennoch soll im kommenden Jahr die Zahl der Geschäfte um rund 250 schrumpfen. H&M-Papiere legten an der Börse in Stockholm mehr als sechs Prozent zu. Eine geplante Kapitalerhöhung lastete auf den Aktien des britischen Triebwerksherstellers Rolls Royce, die in London 10,2 Prozent verloren.

Positive Konjunkturdaten stützten die Wall Street. So stiegen die Konsumausgaben, die tragende Säule der US-Wirtschaft, den vierten Monat in Folge an. Der Dow Jones schloss 0,1 Prozent im Plus bei 27 817 Punkten.

© SZ vom 02.10.2020 / rih, Reuters, dpa

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