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Aktien:Auto-Aktien im Minus

Der Dax kommt am Montag kaum vom Fleck. Aus Furcht vor weiteren Zöllen auf europäische Autos halten sich die Anleger mit Käufen zurück.

Aus Sorge vor einer Eskalation des Handelsstreits zwischen den USA und der Europäischen Union haben die Anleger am Montag vorsichtig agiert. Sie befürchteten US-Schutzzölle auf Fahrzeuge aus Europa, nachdem das Handelsministerium in Washington sein Gutachten zu der Frage, ob diese Autoimporte eine Bedrohung für die nationale Sicherheit sind, an Präsident Donald Trump übergeben hatte. Dieser hat nun 90 Tage Zeit, um zu entscheiden, ob er Zölle von bis zu 25 Prozent auf Autoeinfuhren verhängt. Spekulationen auf eine Einigung im Zollstreit zwischen den USA und China verhinderten allerdings größere Verluste. Der Dax schloss kaum verändert bei 11 299 Punkten. Von der Wall Street waren zu Wochenanfang keine Impulse zu erwarten, da in den USA die Börsen wegen des Feiertags "Presidents' Day" geschlossen blieben.

Zu den größten Verlierern zählten hierzulande die Papiere der Autohersteller und deren Zulieferer. Titel von BMW, Daimler und Volkswagen verzeichneten Kursverluste von bis zu 1,2 Prozent, die Anteile von Continental, Schaeffler und Bertrandt lagen mit bis zu 1,9 Prozent im Minus. "Eine Einstufung deutscher Autoimporte als Sicherheitsrisiko und die Erhebung von Strafzöllen wäre ein Armageddon-Szenario für die deutsche Autoindustrie", sagte Portfolio-Manager Thomas Altmann vom Vermögensberater QC Partners.

Kräftig aufwärts ging es dagegen für Wirecard. Die Aktien stiegen um 15,1 Prozent, nachdem die Finanzaufsicht Bafin angesichts der jüngsten Kursturbulenzen bei dem Online-Zahlungsabwickler neue Wetten auf einen Preisverfall der Papiere verboten hatte.

Bankaktien profitierten von der Hoffnung, dass die Europäische Zentralbank wegen der schwächelnden Konjunktur im Euro-Raum neue Hilfen gewährt. Das Papier der Commerzbank gewann ein Prozent, die Titel der Deutschen Bank stiegen um 0,4 Prozent. Hier bremste die Nachricht den Kursanstieg, der chinesische Mischkonzern HNA habe seine Beteiligung an der Deutschen Bank weiter verringert.

In London setzten sich die Anteilsscheine von Reckitt Benckiser mit einem Kursplus von 4,6 Prozent an die Spitze des Leitindex FTSE 100. Das Unternehmen, das unter anderem Sagrotan-Desinfektionsmitteln anbietet, hat seinen Umsatz 2018 auf umgerechnet 14,4 Milliarden Euro gesteigert.

© SZ vom 19.02.2019 / cikr, Reuters, dpa

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