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Aktien:Anlegern fehlt die Zuversicht

Ohne klare Richtung präsentiert sich der deutsche Aktienmarkt. Die Bilanzen der Unternehmen liefern Licht und Schatten und steigende Corona-Zahlen trüben die Stimmung.

Die Kurse am deutschen Aktienmarkt haben am Donnerstag eine Achterbahnfahrt hingelegt. Nachdem der Dax freundlich in den Handel gestartet war, gab er zwischenzeitlich um fast ein Prozent nach. Zum Handelsschluss lag der deutsche Leitindex dann 0,5 Prozent im Minus bei 12 592 Punkten. Zwischen der weiter grassierenden Corona-Pandemie, der Hängepartie in den USA beim Schnüren eines weiteren Hilfspakets und dem anhaltenden Säbelrasseln zwischen den USA und China fehlte es den Anlegern einmal mehr an der nötigen Zuversicht. Vor diesem Hintergrund lieferte auch eine unerwartet starke Erholung des Auftragseingangs der deutschen Industrie nach dem Corona-Einbruch keinen nachhaltigen Rückenwind. Insbesondere trübten die wieder steigenden Coronavirus-Infektionszahlen auch in Deutschland die Risikofreude der Investoren. Marktanalyst Milan Cutkovic vom Brokerhaus Axi-Trader sagte: "Solange kein effektiver Impfstoff auf dem Markt ist, müssen sich die Anleger auf unsichere Zeiten gefasst machen." Auch die Quartalsberichtssaison der Unternehmen lieferte Licht und Schatten.

Mit Verkäufen reagierten die Anleger auf die Zahlen der Munich Re zum zweiten Quartal. Die Absage und Verschiebung von Großveranstaltungen, die Schließung von Betrieben sowie Belastungen durch die Corona-Pandemie haben dem weltgrößten Rückversicherer einen Gewinneinbruch eingebrockt. Mit minus 1,9 Prozent zählte die Munich-Re-Aktie zu den größten Verlierern im Dax. Auch der Konsumgüterkonzern Beiersdorf hat im ersten Halbjahr infolge der Corona-Krise erheblich weniger verdient als im Vorjahr. Das drückte die Titel des Konsumgüterkonzerns um 5,6 Prozent nach unten. Dagegen litt Adidas nicht ganz so stark unter der Pandemie wie befürchtet. Die Aktie des Sportausrüsters gewann 1,9 Prozent an Wert. Im M-Dax fielen die Anteile der Lufthansa nach einem zunächst freundlichen Start um 1,2 Prozent. Die Airline rechnet mit einer noch längeren Flaute in der Corona-Krise als bislang angenommen und schließt betriebsbedingte Kündigungen nicht mehr aus.

An der Wall Street schloss der Dow Jones etwas fester bei 27 387 Punkten. Stützend wirkte hier, dass in der vergangenen Woche weniger US-Amerikaner Arbeitslosenhilfe beantragt hatten als erwartet.

© SZ vom 07.08.2020 / cikr, Reuters, dpa

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