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Aktien:Anleger hoffen auf Zinssenkung

Der Dax fällt wieder zurück und der Dow Jones erreicht im Handelsverlauf ein Rekordhoch. Hierzulande fährt der Aktienkurs des Autozulieferers Leoni Achterbahn.

Aussagen von US-Notenbankchef Jerome Powell haben am Markt die Erwartung einer baldigen Zinssenkung genährt und damit die Aktienmärkte gestützt. Powell erklärte am Mittwochnachmittag bei einer Anhörung vor dem Kongress, dass die Fed bereitstehe, "angemessen zu handeln", um nachhaltiges Wachstum zu sichern. Der internationale Handelskonflikt und die schwache Weltwirtschaft lasteten weiter auf dem Konjunkturausblick. Hinzu komme die Gefahr, dass sich die gedämpfte Inflation noch hartnäckiger halten könne als erwartet und sich somit nicht als vorübergehendes Phänomen erweise. Zudem hätten sich Investitionen "spürbar verlangsamt" und das Wirtschaftswachstum habe ein mäßigeres Tempo angeschlagen. Marktteilnehmer werteten Powells Aussagen als deutliches Signal für eine Zinssenkung im Juli. Der Dax machte daraufhin seine zuvor aufgelaufenen Verluste wett.

In der letzten Handelsstunde gab der deutsche Leitindex wieder um 0,5 Prozent auf 12 373 Punkte nach. Unter den Einzelwerten standen hierzulande die Aktien von Leoni mit einer Achterbahnfahrt im Anlegerfokus. Der kriselnde Autozulieferer kündigte eine mögliche Trennung von der Sparte für die Produktion von Kabeln und Verbindungslösungen (WCS) an. Im frühen Handel waren die Papiere noch um mehr als acht Prozent gestiegen, dann aber um etwa vier Prozent ins Minus gefallen. Zuletzt gingen die S-Dax-Titel 0,7 Prozent tiefer aus dem Handel.

Unterstützung erhielten die Aktien des Flugzeugherstellers Airbus, die in Paris 1,4 Prozent gewannen. Airbus hatte seine Auslieferungen im ersten Halbjahr um 28 Prozent gesteigert. Damit dürfte das Unternehmen 2019 erstmals seit acht Jahren vor dem US-Rivalen Boeing liegen. Für das Boeing-Modell 737 MAX gilt derzeit ein weltweites Flugverbot, nachdem zwei Flugzeuge des Typs abgestürzt waren.

Am S-Dax-Ende weiteten die Titel von Deutz ihre jüngsten Verluste um 6,9 Prozent aus. Vorstandschef Frank Hiller hatte sich vor zwei Tagen vorsichtig zur Nachfrage bei dem Motorenbauer geäußert. Seitdem beläuft sich das Minus beim Aktienkurs nun bereits auf 26 Prozent.

Die Spekulationen auf eine lockerere US-Geldpolitik der Fed trieben die US-Börsen an. Der Dow Jones markierte zeitweise ein Allzeithoch bei 26 983 Punkten. Zuletzt notierte der amerikanische Leitindex 0,3 Prozent höher.

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