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Aktien:Anleger hin- und hergerissen

Anzeichen von Erholung und zum Teil kräftige Verluste der Unternehmen prägen das Börsengeschen. Auch Corona bleibt ein Thema. Nach den kräftigen Vortagesgewinnen gibt der Dax wieder nach.

Eine Flut an Unternehmenszahlen hat an Europas Börsen zu teils kräftigen Kursausschlägen geführt. Anleger sahen sich am Dienstag hin und her gerissen zwischen Euphorie über Erholungsanzeichen und Enttäuschung über hohe Verluste. Nach einem freundlichen Start drehte der Dax im Handelsverlauf ins Minus und schloss 0,4 Prozent tiefer bei 12 601 Punkten. Auch Gewinnmitnahmen hätten nach den kräftigen Gewinnen am Vortag eine Rolle gespielt, sagte ein Händler. Gesprächsthema war zudem die Pandemie. Nach Einschätzung des Ärzteverbandes Marburger Bund hat die zweite Corona-Welle Deutschland bereits erfasst. "Neuerliche Maßnahmen und Restriktionen könnten in der Wirtschaft einen erheblichen Schaden verursachen, mit fatalen Folgen für die Finanzmärkte", sagte Christian Henke, Analyst beim Brokerhaus IG Markets.

Mit Bayer und Infineon legten zwei Dax-Konzerne Zahlen vor. Infineon meldete Ergebnisse, die besser waren als erwartet. Der Ausblick auf das vierte Geschäftsquartal ist offenbar gut, die Papiere des Chipkonzerns rückten um 2,5 Prozent vor. Infineon zufolge deuten alle Anzeichen darauf hin, dass die Autobranche, die zu seinen wichtigsten Kunden zählt, das Schlimmste hinter sich habe. Dagegen gerieten Bayer-Aktien nach einem Quartalsverlust von 9,5 Milliarden Euro und einer gesenkten Jahresprognose unter Druck und rutschen 2,4 Prozent ab. Der Milliardenverlust geht unter anderem auf Rückstellungen für den Glyphosat-Vergleich in den USA zurück.

Im M-Dax zählten die Aktien der Metro mit einem Aufschlag von 3,8 Prozent zu den Favoriten. Der Großhandelskonzern erwartet im laufenden vierten Quartal eine Geschäftsentwicklung annähernd auf Vorjahresniveau. Dagegen gaben Hugo-Boss-Papiere um vier Prozent nach. Die Geschäftsschließungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie haben dem Modekonzern im zweiten Quartal einen hohen Verlust eingebrockt. Zudem wagte der Vorstand wegen der anhaltenden Unsicherheiten über die weitere Entwicklung erneut keine Jahresprognose. Für Zuversicht sorgte aber, dass China und der Onlinehandel an Schwung gewinnen.

An der Wall Street schloss der Dow Jones 0,6 Prozent im Plus. Die Aktien des Modekonzerns Ralph Lauren rutschten um 4,4 Prozent ab; das Unternehmen verfehlte die Erwartungen der Analysten.

© SZ vom 05.08.2020 / cikr, Reuters, dpa

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