Süddeutsche Zeitung

Aktien:Anleger halten sich zurück

Einen Tag nach dem Machtwechsel im Weißen Haus drückt die weiterhin angespannte Corona-Lage wieder auf die Kauflaune der Anleger.

Am Tag nach dem reibungslosen Machtwechsel in den Vereinigten Staaten sind die Anleger am Donnerstag etwas vorsichtiger an den Aktienmarkt heran gegangen. Die unverändert angespannte Coronavirus-Infektionslage bremste die Kauflaune. Der Dax schaffte es zwar früh, aber nicht nachhaltig über die Marke von 14 000 Punkten. Der Leitindex gab zum Handelsschluss seine Gewinne wieder ab und ging 0,1 Prozent tiefer bei 13 907 Zählern aus dem Handel. Was Bestmarken betrifft, macht die zweite Börsenreihe dem Leitindex in diesen Tagen etwas vor: Sowohl der M-Dax als auch der S-Dax erreichten neue Allzeithochs. Die geldpolitischen Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) lieferten keine Impulse, da sie wie erwartet an ihrer Geldpolitik nicht rüttele, sagte Analyst Timo Emden von Emden Research.

Das von Corona nochmals angetriebene Thema Digitalisierung erstreckte sich auf die ganze Technologiebranche. Die Papiere des Chip-Herstellers Infineon gewannen daraufhin 1,8 Prozent und zählten zu den Top-Favoriten im Dax. Auch die in Corona-Zeiten bei Anlegern beliebten Aktien der Shop Apotheke rückten positiv ins Rampenlicht. Nach starken Geschäftszahlen des Schweizer Konkurrenten Zur Rose, dessen Papiere in Zürich um 8,9 Prozent anzogen, verbuchten Shop Apotheke einem Anstieg um 4,5 Prozent auf ein Rekordhoch. Im Schlepptau der Shop Apotheke waren auch viele andere Aktien gefragt, die bei Anlegern als Gewinner der Pandemie gelten. Im S-Dax kletterten die Anteile des Online-Tierbedarfshändlers Zooplus an der Index-Spitze um 10,4 Prozent nach oben. Im M-Dax verbuchten die Titel des Kochboxen-Lieferanten Hellofresh einen Aufschlag von 3,6 Prozent und die Aktien des Essenslieferdienstes Delivery Hero präsentierten sich mit einem Plus von 3,6 Prozent als größter Dax-Gewinner.

Norwegian Air kann nach Vorlage eines Sanierungsplans auf weitere finanzielle Hilfe der norwegischen Regierung hoffen. Die Aktien der hoch verschuldeten Fluggesellschaft sprangen an der Börse in Oslo um gut 13 Prozent in die Höhe. Auf Sicht der vergangenen zwölf Monate haben die Papiere allerdings 98 Prozent verloren.

Am ersten vollen Amtstag des neuen US-Präsidenten Joe Biden hielten sich die US-Anleger mit Aktienkäufen zurück. Der Dow Jones schloss kaum verändert bei 31 176 Punkten.

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SZ vom 22.01.2021 / rih, Reuters, dpa
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