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Aktien:Anleger geben Hoffnung nicht auf

Der Handelskonflikt zwischen China und den USA hat viele Anleger vergrault. Nun gibt es Nachrichten, wonach die beiden Parteien doch verhandeln wollen.

Auch nach dem jüngsten Schlagabtausch zwischen den USA und China haben die Anleger in Europa an ihrem Glauben an eine friedliche Lösung des Handelsstreits festgehalten. Für gute Stimmung sorgte am Montag US-Präsident Donald Trump, der ein Gesprächsangebot der Regierung in Peking begrüßte und sich dazu bereit erklärte, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. "Die Anleger nehmen heute jeden Hoffnungsschimmer dankbar auf", sagte Thomas Altmann, Portfoliomanager bei der Vermögensverwaltung QC Partners. Der Dax beendete den Handel 0,4 Prozent höher bei 11 658 Punkten. Chinas Vizepräsident und Chef-Unterhändler Liu He sagte, China sei dazu bereit, den Streit durch "ruhige" Verhandlungen zu lösen. "Wir glauben, dass die Eskalation des Handelskriegs nicht gut für China und die USA ist und auch nicht im Interesse der Völker der Erde liegt", sagte er.

Angesichts dessen blieb der unerwartet starke Rückgang des Ifo-Geschäftsklimaindex ohne große Auswirkungen auf die Kurse.

Auf Unternehmensseite belastete der geplante Mietendeckel in Berlin die Immobilienwerte. Vonovia-Aktien standen mit minus 0,6 Prozent am Dax-Ende. Bei anderen Branchenvertretern waren die Kursverluste noch höher. Titel von Deutsche Wohnen rutschten als M-Dax-Schlusslicht um drei Prozent ab, die von Ado Properties und Adler Real Estate im S-Dax verloren 5,2 beziehungsweise fast drei Prozent. Beim Werbevermarkter Ströer sorgte unterdessen eine gestrichene Kaufempfehlung durch die US-Bank Goldman Sachs für einen Abschlag von 6,6 Prozent.

In der Hoffnung auf einen Konzernumbau griffen Anleger bei dem weltweit größten Brillenhersteller Essilor-Luxottica zu. Die Aktien des Ray Ban-Anbieters kletterten zeitweise um 1,9 Prozent auf ein Rekordhoch. Insidern zufolge ist der Hedgefonds Third Point bei dem Unternehmen eingestiegen.

Die Entspannungssignale im Handelsstreit mit China hoben auch die Launde der US-Anleger. Der Leitindex Dow Jones verbesserte sich bis zum Ende der Börsensitzung um ein Prozent auf 25 901 Punkte. Zu den Gewinnern gehörten die Aktien der Firmen, die besonders viel Geschäft in China machen: Die Boeing-Papiere legten zum Beispiel 0,9 Prozent zu, die von Apple um fast zwei Prozent. Auch die Aktien der Chipherstellern wie Intel, Qualcomm, Advanced Micro Devices oder Nvidia legten zum Teil kräftig zu.

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