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Aktien:Anleger bleiben vorsichtig

Vor der Beratung des Bundes und der Länder über eine Verschärfung des Lockdowns bleiben Anleger vorsichtig. Dennoch erholt sich der Dax von seinem Tagesverlust und zeigt sich freundlich.

Die Anleger am deutschen Aktienmarkt wagten sich zu Beginn einer Woche mit wichtigen Ereignissen nur vorsichtig aufs Parkett. So zeichnen sich in der Corona-Krise weitere Lockdown-Verschärfungen ab. Darüber beraten Bund und Länder am Dienstag. Hinzu kommen Verzögerungen bei der Impfstoff-Auslieferung, was die Fortschritte im Kampf gegen das Virus hemmt. Gleichzeitig fehlten Impulse aus den USA, wo der Aktienhandel am Montag wegen eines Feiertages ruhte. Nach einem schwachem Start schaffte es der Dax bis zum Handelsschluss um 0,4 Prozent ins Plus auf 13 848 Punkte.

Die Hoffnung auf eine Dividende wog schwerer als die Enttäuschung der Aareal-Anleger über den Gesamtjahresverlust der Bank; die Aktien des auf Büros und Hotels spezialisierten Immobilienfinanzierers stiegen nach einem Eröffnungsverlust von knapp fünf Prozent um 7,7 Prozent. Aareal will 1,50 Euro je Aktie ausschütten, sofern die Aufsichtsbehörden zustimmen. Die Corona-Krise hat den Frankfurter Flughafen auf das Passagier-Niveau von 1984 zurückgeworfen. Im Jahr 2020 hatte der Betreiber Fraport noch knapp 18,8 Millionen Fluggäste und damit 73,4 Prozent weniger als im Rekordjahr 2019. Fraport-Papiere verloren 1,2 Prozent.

Ein nach vorläufigen Berechnungen vervielfachter Quartalsgewinn beflügelt die Aktien der Deutschen Beteiligungs AG. Die Papiere des Finanzinvestors stiegen an der S-Dax-Spitze um 6,5 Prozent. Trotz enttäuschender Geschäftszahlen griffen Anleger bei SNP Schneider Neureither zu. Die Aktien der IT-Firma gewannen nach anfänglichen Verlusten um drei Prozent.

Der aus der Fusion von Fiat Chrysler und Peugeot hervorgegangene Autobauer Stellantis feierte bei seinem Börsendebüt Kursgewinne. Die Aktien des weltweit viertgrößten Fahrzeug-Herstellers starteten in Mailand bei 12,79 Euro und legten acht Prozent zu. In Paris erschienen sie erstmals bei 12,90 Euro auf den Kurszetteln und erreichten ein Plus von 7,9 Prozent. Wegen der zurückgezogenen Übernahmeofferte des kanadischen Konkurrenten Alitmentation Couche-Tard verzeichnete Carrefour ein kräftiges Minus. Die Aktien der französischen Supermarkt-Kette fielen um 6,6 Prozent. Am Freitag hatten sie wegen des Widerstandes der französischen Regierung gegen den Deal ähnlich stark verloren.

© SZ vom 19.01.2021 / rih, Reuters, dpa
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