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Aktien:Anleger bleiben vorsichtig

Der Dax gibt am Mittwoch vor der Unterzeichnung eines Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China etwas nach. Auto-Werte stehen unter Druck.

Kurz vor der Unterzeichnung des ersten Teilabkommens im Handelsstreit zwischen den USA und China am Mittwochabend haben sich Europas Anleger zurückgehalten. Der Dax ging mit einem Abschlag von 0,2 Prozent auf 13 432 Punkte aus dem Handel. Einen Dämpfer versetzte den Märkten US-Finanzminister Steven Mnuchin mit der Ankündigung, die milliardenschweren Sonderzölle auf chinesische Importe bis zum Abschluss eines zweiten Abkommens beizubehalten. Abends nach Börsenschluss in Europa unterzeichneten nach langen zähen Verhandlungen US-Präsident Trump und der chinesische Vize-Ministerpräsident Liu He das erste Teilabkommen zur Beilegung des Zollstreits. Auch Trump machte deutlich, dass erst dann alle Zölle abgeschafft werden, wenn eine zweite Vereinbarung geschlossen sei.

Im Dax zählten daher die Auto-Werte zu den größten Verlierern. Zölle sind gerade für die konjunkturabhängigen Autohersteller Gift. Volkswagen, BMW und Daimler gaben zwischen 1,4 und zwei Prozent nach. Im M-Dax verloren die Papiere des Flughafenbetreibers Fraport um 1,4 Prozent, nachdem die Passagierzahlen zum Jahresende erstmals seit drei Jahren rückläufig waren. Dennoch erreichte der Frankfurter Flughafen für das Gesamtjahr 2019 mit 70,5 Millionen Fluggästen einen neuen Höchstwert. Der Windanlagenbauer Nordex hat im vergangenen Jahr deutlich mehr Aufträge eingeworben als im Vorjahr. Insgesamt stieg das Neugeschäft 2019 um 31 Prozent. Die im S-Dax notierten Nordex-Papiere gewannen 1,5 Prozent.

An der Wall Street löste die Unterzeichnung der lange erwarteten Handelsvereinbarung keine größeren Kursbewegungen aus. Während der Dow Jones bereits mit einem leichten Anstieg einen weiteren Rekordschlussstand bei 29 030 Punkten erreichte, traten der S&P-500-Index und der Nasdaq Composite auf der Stelle. Unter den Einzelwerten sanken die Aktien von Goldman Sachs trotz eines Gewinneinbruchs im vierten Quartal nur leicht. Auch bei der Bank of America fiel der Gewinn schlechter aus als erwartet. Die Titel verloren 1,8 Prozent. Enttäuscht reagierten die Anleger auf Geschäftszahlen von Target. Die Aktien des US-Einzelhändlers sackten um 6,5 Prozent ab. In wichtigen Bereichen wie Elektronik und Spielzeug blieben die Verkäufe zum Jahresende hinter den Erwartungen zurück.

© SZ vom 16.01.2020 / rih, Reuters, dpa
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