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Aktien:Anleger bleiben vorsichtig

Nach seiner jüngsten Stabilisierung ist der Dax weiter gestiegen. Die Gewinne halten sich allerdings angesichts der anstehenden Berichtssaison in Grenzen.

Ein Kursplus von Bayer und Milliardengewinne bei den US-Banken haben den europäischen Aktienmarkt am Dienstag gestützt. Der Dax schloss 0,4 Prozent im Plus bei 12 431 Punkten. Doch angesichts der anstehenden Berichtssaison seien die Investoren auf der Hut, sagte Salah-Eddine Bouhmidi, Marktexperte beim Analysehaus DailxFX Research: "Viele Marktteilnehmer sind vorsichtig, weil sie nicht die Auswirkungen des bestehenden Handelskonflikts auf die Realwirtschaft einschätzen können."

Bei den deutschen Aktienwerten standen die Papiere von Bayer im Fokus, nachdem ein US-Richter in einem Prozess um den Unkrautvernichter Glyphosat die Schadenersatz-Zahlung von 80,3 auf 25,3 Millionen Dollar reduziert hatte. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern werde zwar nicht ohne Blessuren aus den zahlreichen Glyphosat-Verfahren hervorgehen, schrieb Analyst Volker Braun von Bankhaus Lampe. Er sei nun aber in einer besseren Position für Vergleichsverhandlungen mit den übrigen Klägern. Bayer-Titel legten um 0,8 Prozent zu. Europaweit waren auch Titel der Luftfahrtbranche gefragt. Wegen des anhaltenden Flugverbots für die Boeing-Unglücksmaschine 737 Max rechnet der Billig-Flieger Ryanair für 2020 nur noch mit einem Anstieg der Passagierzahlen um drei statt sieben Prozent. Vor diesem Hintergrund sollen einige Stützpunkte geschlossen werden. Dadurch würden die Überkapazitäten der Branche verringert, sagten Börsianer. Nach Einschätzung des Analysten Gerald Khoo von der Investmentbank Liberum könne daher im gesamten Sektor mit steigenden Gewinnmargen gerechnet werden. Lufthansa-Papiere waren mit einem Plus von 2,6 Prozent unter den Top-Favoriten im Dax. Ryanair kletterten in Dublin um 1,9 Prozent nach oben und Air France-KLM-Papiere gewannen um 2,9 Prozent hinzu.

Die US-Börsen kamen nicht vom Fleck. Der Dow Jones lag zum Handelsschluss kaum verändert bei 27 336 Zählern. Zuwächse im Geschäft mit Privatkunden halfen der US-Großbank JP Morgan über die Schwäche im Investmentbanking hinweg und sorgten für Milliardengewinne. Doch die Aussichten trüben sich ein: Die bevorstehenden Zinssenkungen in den USA dürften auf die Ertragskraft drücken, warnte Branchenprimus JP Morgan. Die Aktie legte 1,1 Prozent zu.

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