Airbus Generationswechsel

John Leahy ist nicht der einzige: Eine ganze Reihe Top-Manager hat oder wird das Unternehmen in nächster Zeit verlassen - auch Konzernchef Tom Enders.

Von Jens Flottau

Airbus steht nicht nur wegen des Rückzugs von Verkaufschef John Leahy vor einem riesigen Umbruch: Auch Fabrice Brégier, bis Mitte 2017 Chef der Zivilsparte und derzeit die Nummer zwei hinter Konzernchef Tom Enders, hat am heutigen Mittwoch seinen letzten Arbeitstag. Brégier hatte sich Hoffnungen darauf gemacht, Konzernchef Tom Enders abzulösen, falls dessen Vertrag nicht mehr verlängert werden würde. Doch der Aufsichtsrat hat ihm dem Vernehmen nach klargemacht, dass er andere Pläne hat, Brégier zog die Konsequenzen.

Vor allem aber: Enders selbst wird das Unternehmen im Frühjahr 2019 verlassen, so hat er es mit dem Aufsichtsrat vereinbart. Wer dann die Leitung von Airbus übernimmt, ist noch nicht bekannt. Beobachter glauben, dass sich der Auswahlprozess noch bis in den Herbst hinziehen könnte. Enders hatte ursprünglich erwogen, eine Vertragsverlängerung um noch einmal fünf Jahre anzustreben. Doch eine Mischung aus privaten und beruflichen Aspekten sprach dagegen - auch der Druck durch die Korruptionsaffäre, die den Konzern derzeit schwer belastet.

Mit Enders, Brégier und Leahy gehen innerhalb eines guten Jahres die drei prägenden Figuren einer Ära. Aber auch in der zweiten Managementebene bahnt sich ein Generationswechsel an. Schon Ende 2017 ist Technologiechef Paul Eremenko zu United Technologies gewechselt, Enders hatte ihn erst ein Jahr zuvor auf den Posten gehievt, um das Tempo der Innovationen bei Airbus zu erhöhen. Eremenko setzte neue Themen wie Elektroantriebe und autonome Flugtaxis, in die Airbus nun investiert. Auch andere Führungsleute wie Didier Evrard und Tom Williams nähern sich der Pensionierung. Evrard hat die Entwicklung des Langstreckenjets A 350 erfolgreich gesteuert und ist nun verantwortlich für alle Zivilprogramme, Williams leitet das operative Geschäft.

Bislang ist nur die Nachfolge von Brégier und Leahy geklärt: Airbus-Helicopters-Chef Guillaume Faury übernimmt den Brégier-Posten, der bisherige Rolls-Royce-Manager Eric Schulz leitet künftig die Verkaufsorganisation.