Süddeutsche Zeitung

Boeing und Airbus:Drama um den Dreamliner

Boeings Zukunftshoffnung, der Dreamliner, muss mit zahlreichen Passagieren an Bord notlanden - und Airbus' Zukunftshoffnung, der A380, startet teils gar nicht mehr: Eilig lassen Fluggesellschaften die Triebwerke austauschen. Mit Video.

Der US-Luftfahrtkonzern Boeing hat erneut hässliche Probleme mit seinem neuen Langstreckenflugzeug 787 Dreamliner: Bei einem Testflug entstand kurz vor der Landung Rauch in der Kabine, wie eine Boeing-Sprecherin bestätigte. Der Grund für den Vorfall sei noch unbekannt und werde untersucht.

Der Flug musste abgebrochen werden - es gab eine Notlandung in Texas mit insgesamt 42 Menschen an Bord. Zugegen waren während des Fluges den Angaben zufolge auch mehrere Vertreter der zivilen Luftfahrtbehörde FAA. Das Unternehmen wollte sich nicht dazu äußern, ob der Vorfall die Auslieferung des ersten Dreamliners weiter verzögern könnte.

Singapore Airlines zieht nach

Es hatte bereits wiederholt technische Probleme bei dem Langstreckenflieger gegeben. Inzwischen hinkt Boeing mit der Auslieferung des Flugzeugs mehr als zwei Jahre hinterher. Der erste 787 Dreamliner soll nun im Februar 2011 an die japanische Fluggesellschaft All Nippon Airways (ANA) ausgeliefert werden.

Das am Dienstag für den misslungenen Testflug eingesetzte Flugzeug war bereits in den Farben der Fluglinie gestrichen. Boeing macht seine Zukunft von dem mittelgroßen Flugzeug abhängig. Es ist das erste neue Modell seit mehr als zehn Jahren. Bei Langstreckenflügen sollen die Dreamliner bis zu 20 Prozent weniger Kraftstoff verbrauchen.

Unterdessen kämpft auch der große Konkurrent Airbus um seine Zukunftshoffnung, den A380. Nun lässt auch Singapore Airlines die Maschinen vorerst am Boden und wechselt die Triebwerke an drei seiner elf A380-Maschinen aus. Es seien jeweils Öl-Verschmutzungen gefunden worden. Die Entscheidung sei nach den Ergebnissen der Triebwerks-Inspektion bei anderen Airlines gefallen.

Die australische Fluggesellschaft Qantas hatte nach dem schweren Zwischenfall mit einem Airbus A380 vor einer Woche ihre gesamte A380er-Flotte aus dem Verkehr gezogen. Nach dem Start in Singapur war bei einem der Großflugzeuge ein Triebwerk ausgefallen und teilweise zu Boden gestürzt. Die Maschine kehrte nach Singapur zurück. Bei Überprüfungen der anderen A380 und der Rolls-Royce-Triebwerke vom Typ Trent 900 entdeckte sie an drei Triebwerken Öllecks.

Bereits am Montag hatte Rolls-Royce erklärt, das Problem an dem Qantas-Airbus besser verstanden zu haben. Es sei jetzt klar, dass dieses Problem spezifisch für die Trent-900-Triebwerke ist. In Abstimmung mit Airbus, den betroffenen Fluggesellschaften und den Flugaufsichtsbehörden würden daher eine Reihe von Tests und Inspektionen durchgeführt. Zunächst hatte es bei Singapore Airlines geheißen, die Fluggesellschaft sei mit dem Verlauf der Tests sehr zufrieden gewesen.

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