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Airbus: A380:Bittere Pille am Jubeltag

Eigentlich ist es ein Freudentag für Airbus - mit Air France holt sich die erste Fluglinie Europas den A380 ab. Doch gleichzeitig stellt Airbus versprochene weitere Auslieferungen des Riesenjets in Frage.

Bei Airbus läuft es nicht rund: Wegen der Finanzschwäche etlicher Fluggesellschaften kann es beim Flugzeughersteller Airbus nach Worten von Vorstandschef Thomas Enders zu einer weiteren Produktionskürzung kommen.

Der neue

A380

-Jet der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM. 2009 sollen insgesamt 13 Exemplare des Großraumflugzeugs ausgeliefert werden.

(Foto: Foto: AFP)

Es sei 2010 eher wahrscheinlich, dass die Produktionsraten nach unten angepasst als hochgesetzt werden, sagte Enders im Club Hamburger Wirtschaftsjournalisten. In der Luftfahrtkrise seien "die Liquiditätspolster vieler Airlines zusammengeschmolzen".

Bei Flugzeugen mit einem Mittelgang wurde die Fertigung bereits von 36 auf 34 Exemplare monatlich reduziert, bei den Langstreckenflugzeugen von elf auf bis zu acht.

"Erfolg angesichts der Krise"

Airbus hat einen Auftragsbestand von mehr als 3400 Flugzeugen und will bis Jahresende 483 Maschinen ausliefern, was dem Vorjahres-Rekord entspräche. "Das ist ein Erfolg angesichts der Krise", sagte Enders.

Von dem Großraumflugzeug A380 wird an diesem Freitag erstmals ein Exemplar an die Fluggesellschaft Air France ausgeliefert. Sie ist das erste europäische Unternehmen, das sich das weltgrößte Passagierflugzeug im Airbus-Werk Hamburg-Finkenwerder abholt. 19 Maschinen der doppelstöckigen A380 sind bereits für Singapore Airlines, die arabische Gesellschaft Emirates und die australische Quantas im Einsatz.

2009 sollten ursprünglich 25 A380 ausgeliefert werden, bevor die Planung auf 13 verringert wurde. Ob dies eingehalten wird kann - sieben Maschinen sind ausgeliefert -, wollte Enders nicht sagen.

"Wir haben zwölf A380, an denen wir rund um die Uhr arbeiten", sagte er. Der Großraumjet bleibe aber ein hochkomplexes Flugzeug, das praktisch nie am Fließband wie das meistverkaufte Modell A320 hergestellt werden könne, so Enders. Falls zwei, drei Auslieferungen in den Januar überschwappten, ginge "davon die Welt nicht unter". In Finkenwerder holen sich die Kunden aus Europa und dem Nahen Osten die A380 ab, alle anderen am Airbus-Standort in Toulouse.

Sparprogramm greift

Airbus war 2006/07 durch massive technische Probleme bei der Verkabelung des anspruchsvollen Fluggiganten A380 in finanzielle Turbulenzen geraten und legte das Spar- und Restrukturierungsprogramm "Power 8" auf. Der Hersteller sei auf gutem Weg, das Einsparpotential von 2,1 Milliarden Euro in 2010 zu erreichen, berichtete Enders nun.

"Ich mache keinen Hehl daraus, dass in der Produktion noch nicht alles wie am Schnürchen läuft." Für die in Toulouse aus Hamburg angelieferten Rumpfteile würden zur Nachbearbeitung nicht mehr wie anfangs 2000 Mitarbeiter sondern weniger als 1200 aus der Hansestadt benötigt, berichtete der seit 2007 amtierende Manager.

Beim anderen Sorgenprojekt von Airbus, dem europäischen Militärtransporter A400M, steht Enders zufolge nun doch der Erstflug noch in diesem Jahr bevor. Noch vor Weihnachten solle das Großflugzeug erstmals in Sevilla abheben, sagte der Airbus-Chef.

Der Transporter liegt wegen technischer Probleme mindestens drei Jahre hinter dem ursprünglichen Zeitplan zurück. Deutschland wird das erste von 60 bestellten Flugzeugen voraussichtlich erst in vier Jahren erhalten - ursprünglich sollte es bereits 2010 soweit sein.

Bis Ende des Jahres verlangt Airbus von den beteiligten Regierungen Klarheit, ob das kostspielige Projekt weitergeführt wird.

© sueddeutsche.de/dpa/pak/hgn

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