Amazon als VorbildMit Airbnb jetzt auch zum Friseur

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Er will nun nicht mehr nur Übernachtungen, sondern alles Mögliche verkaufen: Airbnb-Chef Brian Chesky.
Er will nun nicht mehr nur Übernachtungen, sondern alles Mögliche verkaufen: Airbnb-Chef Brian Chesky. (Foto: Patrick T. Fallon/AFP)
  • Airbnb erweitert sein Angebot drastisch und bietet nun neben Unterkünften auch diverse Dienstleistungen wie Touren, Kochkurse und Friseurbesuche an.
  • Das Unternehmen strebt an, zum "Amazon für Dienstleistungen" zu werden und verlangt dabei Gebühren von 15 bis 20 Prozent pro Buchung.
  • Mit der Neuausrichtung tritt Airbnb in stärkere Konkurrenz zu Hotels und hofft, seinen Börsenwert zu steigern, der derzeit bei knapp 85 Milliarden US-Dollar liegt.
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Die Plattform ist bislang für Ferienunterkünfte bekannt. Nun will das Unternehmen das Angebot deutlich erweitern – vom Yoga-Kurs bis zum Sternekoch.

Von Sonja Salzburger

„Ich buche mir über Airbnb eine Sportstunde mit einem Personal Trainer und danach noch eine Massage.“ – Ginge es nach Airbnb-Chef und -Mitgründer Brian Chesky, könnten Sätze wie dieser bald zum Standardvokabular seiner Kundschaft gehören. Bislang ist die Buchungsplattform vor allem für Ferienhäuser, Wohnungen und Zimmer in Privatunterkünften bekannt. Das soll sich von diesem Sommer an ändern, denn Airbnb erweitert sein Angebot deutlich.

Nun können Kunden auf der Plattform alles Mögliche buchen: Zum einen Reiseerlebnisse wie beispielsweise in Paris eine Notre-Dame-Führung oder in Tokio eine Kochstunde mit einem Experten für Ramen, beides läuft unter der Kategorie „Entdeckungen“. Aber auch Serviceleistungen, die nicht zwingend etwas mit Reisen zu tun haben, sind auf der Plattform vertreten: etwa Sterneköche, Friseurinnen, Masseure, Personal Trainer oder Visagistinnen. Zum Start wird es zunächst zehn Kategorien in 260 Städten geben. In den kommenden Monaten soll das Angebot erweitert werden.

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Es gibt längst Plattformen, die Erlebnisse und Touren anbieten, in Deutschland unter anderem Get Your Guide, Tui Musement oder Jochen Schweizer. Auch viele Friseure oder Kosmetikerinnen sind online buchbar. Chesky ist trotzdem überzeugt, mit seinem Konzept in eine Marktlücke zu stoßen, strebt er doch an, möglichst viele verschiedene Dienstleistungen anzubieten. „Es gibt bisher kein Amazon für Dienstleistungen“, sagte er der FAZ. Er fände es toll, diese Rolle zu übernehmen, allerdings „mit höheren Gewinnmargen“. Wer über Airbnb Kunden findet, muss von seinem Verdienst einen beträchtlichen Anteil abgeben: Bei Buchungen aus der Kategorie „Entdeckungen“ nimmt Airbnb nach eigenen Angaben eine Gebühr von 20 Prozent, bei Serviceleistungen 15 Prozent, mindestens jedoch sechs US-Dollar. Insbesondere mit den Serviceleistungen tritt Airbnb in noch stärkere Konkurrenz zu Hotels, bei denen es üblich ist, dass sie ihren Gästen über die reine Übernachtung hinaus noch eine Vielzahl anderer Dienste anbieten. Man nehme die Erweiterung des Geschäftsmodells von Airbnb „mit kritischer Aufmerksamkeit zur Kenntnis“ heißt es vonseiten des Hotelverbands Deutschland (IHA).

Brian Chesky hat die Buchungsplattform Airbnb im Jahr 2008 zusammen mit Joe Gebbia und Nathan Blecharczyk gegründet. Ursprünglich war die Idee, dass Privatleute ein Gästezimmer in ihrer Wohnung oder gleich die ganze Bleibe an Fremde vermieten, wenn sie sie selbst nicht benötigen. Mittlerweile finden sich auf der Plattform zahlreiche kommerzielle Ferienunterkünfte. Seit geraumer Zeit steht Airbnb in der Kritik, die Mieten in den Städten hochzutreiben und zur Wohnungsnot und zu Overtourism beizutragen – Vorwürfe, die das Unternehmen bestreitet. In vielen beliebten Städten ist Airbnb mit strengen Auflagen konfrontiert.

Ende des Jahres 2020 gelang dem Unternehmen der damals erfolgreichste Börsengang des Jahres, die Aktie legte zum Start mehr als 100 Prozent zu. Bei Airbnb hoffen sie auch, durch die Neuausrichtung auch den Aktienkurs hochzutreiben. Derzeit wird die Firma mit knapp 85 Milliarden US-Dollar bewertet. Zum Vergleich: Das US-Unternehmen Booking Holdings, zu dem unter anderem das Buchungsportal Booking.com gehört, auf dem man vor allem Hotelzimmer buchen kann, wird mit knapp 170 Milliarden US-Dollar bewertet.

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