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Agrar - Schwerin:Wälder leiden unter Trockenheit

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Der dritte extrem trockene Sommer in Folge setzt auch den Wäldern in Mecklenburg-Vorpommern massiv zu. Foto: Jonas Güttler/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Schwerin (dpa/mv) - Der dritte sehr trockene Sommer in Folge setzt auch den Wäldern in Mecklenburg-Vorpommern massiv zu. Wie aus neuen Zahlen des Bundeslandwirtschaftsministeriums hervorgeht, summiert sich die seit 2018 angefallene Menge an sogenanntem Schadholz im Nordosten mittlerweile auf 1,6 Millionen Kubikmeter. Bundesweit wird die durch Dürre, Stürme und Schädlinge verursachte Schadholzmenge mit 178 Millionen Kubikmeter angegeben, gut elf Prozent mehr als die zu Jahresbeginn veröffentlichte Schätzung.

Rund 285 000 Hektar müssen den am Mittwoch bekannt gewordenen Daten zufolge in Deutschland aufgeforstet werden. Bisher war die Bundesregierung von rund 245 000 Hektar ausgegangen. Besonders stark betroffen von den Waldschäden sind demnach Nordrhein-Westfalen, Thüringen, Niedersachsen und Hessen.

Mecklenburg-Vorpommerns Agrarminister Till Backhaus (SPD) hatte bei der Vorlage des jüngsten Waldzustandsberichts konstatieren müssen, dass sich von 2018 zu 2019 der Anteil sichtbar geschädigter Bäume verdoppelte. Etwa ein Drittel der untersuchten Bäume wiesen mehr als 25 Prozent Nadel- oder Blattverlust auf. Im Februar war Backhaus noch davon ausgegangen, dass in Folge der Trockenheit 200 Hektar Wald als Totalverlust einzustufen sind. Den neuen Daten zufolge müssen im Nordosten 675 Hektar neu aufgeforstet werden. Ziel bleibe es, den Wald durch standortgerechten Umbau so zu gestalten, dass er absehbaren Klimaveränderungen besser standhält, betonte Backhaus.

Auf einem "Waldgipfel" im vergangenen Jahr sagten Bund und Länder 470 Millionen Euro Bundesmittel und 330 Millionen der Länder für private und kommunale Waldeigentümer zu. Außerdem sind im Konjunkturpaket der Bundesregierung gegen die Folgen der Corona-Krise zusätzlich insgesamt 700 Millionen Euro Bundesmittel zur Unterstützung der Forstwirtschaft vorgesehen.

Wie das Agrarministerium in Schwerin mitteilte, kann Mecklenburg-Vorpommern aus dem Bund-Länder-Programm mit knapp 24 Millionen Euro vom Bund rechnen. Der Landesanteil belaufe sich auf etwa 16 Millionen Euro. Somit stünden bis 2023 im Land knapp 40 Millionen Euro für den klimagerechten Waldumbau bereit. Bislang seien bei der Landesforstanstalt Förderanträge mit einem Volumen von 2,3 Millionen Euro vorgelegt und 600 000 Euro ausgezahlt worden.

Mit einem Waldanteil von 24 Prozent ist Mecklenburg-Vorpommern eines der waldärmsten Gebiete in Deutschland. Rund 560 000 Hektar der Landesfläche sind bewaldet. Backhaus kündigte ein Gesamtkonzept der Regierung zum Waldumbau und zur Waldmehrung an. Dabei werde erwogen, 10 Prozent der 90 000 Hektar landwirtschaftlicher Nutzfläche in Landesbesitz aufzuforsten.

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