Süddeutsche Zeitung

Agrar - Heichelheim:Kleinere Knollen bei Thüringer Kartoffelernte

Heichelheim (dpa/th) - Fehlender Regen in der Wachstumsphase hat zu trüberen Aussichten bei Thüringens Kartoffelbauern geführt. "Weil es ab Mai in Mitteldeutschland quasi nicht mehr richtig geregnet hat, rechnen wir mit einer unterdurchschnittlichen Ernte", sagte der Vorsitzende des Fördervereins Heichelheimer Kartoffel, Dietmar Barthel. Deshalb seien vor allem kleinere Knollen mit einem Durchmesser von weniger als 35 Millimeter zu erwarten. "Geschmacklich sind diese aber sicherlich sehr gut", so Barthel. Da die kleineren Kartoffeln bei Verbrauchern weniger beliebt seien, würden diese meistens für Tierfutter genutzt.

Barthel geht von etwa 30 000 Tonnen Kartoffeln aus, die aus dem Boden geholt werden. "Fakt ist, dass das vorherige Jahr extrem trocken war und es bundesweit eine schlechte Ernte gab." Dieses Jahr sei das Problem so nicht gegeben. "Sorge um die Klöße muss sich kein Thüringer machen." Denn in den großen Anbaugebieten in Bayern oder Niedersachsen sei eine relativ normale Ernte absehbar, sagte Barthel. Im vergangenen Jahr war die Ernte in Thüringen nach Angaben des Landesamts für Statistik mit rund 48 600 Tonnen auf knapp 1600 Hektar Anbauflächen stark unterdurchschnittlich ausgefallen.

Der Regen zuletzt nutze zwar für das Wachstum der Kartoffeln nicht mehr viel. Aber er erleichtere den Erntevorgang. Trockene, teils scharfkantige Erdreste werden Barthel zufolge so die Knollen nicht beschädigen, wenn diese aus der Erde geholt werden.

Im Heichelheimer Verband sind etwa 55 Mitglieder organisiert, die auf zehn Hektar oder mehr Kartoffeln anbauen, wie Barthel sagte. Daneben gebe es aber noch viele kleinere Bauern, die ihre Knollen im Direktvertrieb auf den Markt bringen.

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