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Agrar - Hannover:Otte-Kinast: Krise als historische Chance gegen Werkverträge

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Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast. Foto: Julian Stratenschulte/dpa/Archivbild (Foto: dpa)

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Osnabrück (dpa/lni) - Für Niedersachsens Agrarministerin Barbara Otte-Kinast ergibt sich aus der aktuellen Krise eine Möglichkeit, gegen Werkverträge vorzugehen. "Corona ist eine historische Chance", sagte die CDU-Politikerin der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Mittwoch). Sie sei absolut dafür und hoffe, dass das gelingt, sagte sie auf die Frage nach einem Verbot in der Branche. "Das ist ein unhaltbarer Zustand, was da in und um die Schlachthöfe passiert."

Die Ministerin kritisiert aber nicht nur die Fleischwirtschaft. "Es haben alle gewusst und lange weggeschaut, was da mit den Werkverträgen und den Arbeitern passiert", sagte Otte-Kinast. Verbraucher müssten sich das ebenso wie Politiker auf allen Verantwortungsebenen vorwerfen lassen. "Auch wenn das erst einmal unangenehm ist. Jetzt muss Schluss damit sein."

Der verheerende Ausbruch beim Fleischproduzenten Tönnies in Nordrhein-Westfalen hat die Debatte um Arbeitsbedingungen in der Branche und den Billigfleisch-Konsum neu entfacht.

Die Bundesregierung plant Gesetzesverschärfungen in der Branche. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil will nach Angaben von Anfang Juli noch in diesem Monat einen Gesetzentwurf vorlegen. Das Kabinett hatte Ende Mai Eckpunkte beschlossen. Kern ist ein weitgehendes Verbot von Werkverträgen zum 1. Januar 2021.

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