bedeckt München 21°

Agrar - Erfurt:Weitere Hilfen gegen Waldschäden: auch Buchen in Gefahr

Erfurt (dpa/th) - Nicht nur Fichten, auch Buchen leiden in Thüringen stark unter der Trockenheit. Aktuell verzeichnet das Landwirtschaftsministerium rund 440 000 Festmeter Schadholz bei der Buche, wie eine Sprecherin der Deutschen Presse-Agentur sagte. Ein Festmeter entspricht einem Kubikmeter fester Holzmasse. Die Schadflächen belaufen sich demnach auf eine Fläche von rund 14 200 Hektar - das seien rund 14 Prozent der gesamten Buchenfläche in Thüringen. "Die Trockenschäden an der Buche treten landesweit auf", so die Sprecherin. Am schlimmsten ist es demnach im Nordwesten Thüringens.

"Neben dem katastrophalen Borkenkäferbefall bei den Fichten ist die Buche unser zweites großes Sorgenkind im Wald", sagte Landwirtschaftsministerin Birgit Keller (Linke). Wegen der heftigen Schäden stockt das Land die finanziellen Hilfen für die Waldbesitzer noch einmal auf. Aus einem Landesprogramm standen dieses Jahr bereits 4,5 Millionen Euro für Kommunal- und Privatwaldbesitzer bereit.

Nun hat das Finanzministerium zusätzlich 4 Millionen Euro außerplanmäßige Ausgaben für 2019 zugesagt. Zusätzliche 6,5 Millionen sind über sogenannte Verpflichtungsermächtigungen für die kommenden Jahre geplant.

Am Mittwoch soll im Landtag außerdem über ein Gesetz zur Aufstockung des Personals bei Thüringenforst beraten werden. Die bisherigen Pläne sehen vor, dass die Landesforstanstalt 1,1 Millionen Euro noch im Jahr 2019 zusätzlich bekommt. Nächstes Jahr sollen es 2,8 Millionen Euro sein. Hält die Sondersituation in Thüringens Wäldern an, sollen 2021 noch einmal 2,1 Millionen Euro und 2022 erneut 2 Millionen Euro bereitgestellt werden können.

Die Buche ist die häufigste Laubbaumart im Freistaat. Der jüngsten Bundeswaldinventur aus dem Jahr 2012 zufolge nehmen sie rund 20 Prozent der Waldfläche ein. Häufiger gibt es im Freistaat mit 38 Prozent nur die Fichte.

Der sturmreiche, sehr warme und trockene Sommer 2018 hat in Thüringens Wäldern eine riesige Menge an Schadholz entstehen lassen. "Die Waldböden sind noch immer viel zu trocken. Die Situation in unseren Wäldern ist alarmierend und sehr ernst", sagte Keller.