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Afrika:Simbabwe übernimmt Chinas Währung als Zahlungsmittel

Views Of Chinese Yuan As Yuan Crunch Spurs Banks to Hoard Abroad as China Curbs Outflows

Chinas Währung Renminbi (Yuan)

(Foto: Bloomberg)

Die offizielle Einführung des Yuan soll den Handel mit China stärken.

Es ist erst wenige Wochen her, dass der Internationale Währungsfonds die chinesische Währung Renminbi (Yuan) in den Rang einer Leitwährung aufrücken ließ - neben Dollar, Euro, Pfund und Yen.

Nun scheint es so, dass dem Anspruch auch mal Taten folgen sollen. Chinas Yuan wird in Afrika reguläres Zahlungsmittel. Genauer: in Simbabwe. Auf den ersten Blick mag der Schritt überraschen, auf den zweiten ist das nicht mehr der Fall. Denn China bezahlt indirekt 40 Millionen Dollar dafür - es erlässt Simbabwe Schulden in dieser Höhe.

Bis vor wenigen Jahren hatte Simbabwe einen eigenen Dollar, den Simbabwe-Dollar, der sich allerdings nach einer galoppierenden Inflation als nicht mehr brauchbar erwies. In der Not setzte man auf andere Währungen, den US-Dollar etwa, Südafrikas Rand und irgendwann dann auch den Yuan. Der aber war bislang nur inoffizielles Zahlungsmittel.

Weltweit gehen viele Länder ähnlich vor wie Simbabwe: Sie verzichten auf eine eigene Währung und eine souveräne Geldpolitik, um das Inflationsproblem in den Griff zu bekommen. Meist wird ersatzweise dann der Dollar eingeführt, der Euro und früher auch die D-Mark. Das Vertrauen der Bürger in eine eigene Landeswährung ist zuweilen sehr gering. Erst recht gilt das für Simbabwe. Gerade erst sorgte dort eine Falschmeldung für schieres Entsetzen: Es hieß, die Nationalbank des Landes wolle wieder den Simbabwe-Dollar einführen.

China und Simbabwe geht es natürlich nicht allein um den Yuan - immerhin ist der US-Dollar in Simbabwe ja bereits weit verbreitet. Die Aufnahme des Yuan in das offizielle Währungsportfolio dokumentiert vielmehr die enge Handelspartnerschaft zwischen beiden Ländern, die durch die gemeinsame Währung noch vertieft werden soll.

Nach Angaben des Guardian ist China mittlerweile der engste Handelspartner für Simbabwe, da viele westliche Staaten nach den Menschenrechtsverletzungen in dem afrikanischen Land auf Distanz gingen.

Bereits Anfang des Monats war Chinas Präsident Xi Jinping zu Gesprächen nach Simbabwe gereist. Eines der Ergebnisse: Die Infrastruktur des Landes soll mit der Hilfe Chinas auf Vordermann gebracht werden.

© SZ.de/hgn/cat
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