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Laufschuhe mit 3-D-Technik:Adidas schließt seine Speedfactories

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted auf einer Bilanz-Pressekonferenz

Adidas-Vorstandschef Kasper Rorsted während einer Bilanz-Pressekonferenz des Unternehmens.

(Foto: Daniel Karmann/dpa)
  • Adidas schließt seine Prestige-Speedfactories in Ansbach und Atlanta.
  • Der Sportartikelhersteller will die Produktion mittels digitaler 3-D-Technik nach Asien auslagern und verspricht sich höhere Stückzahlen und niedrigere Kosten.

"Ein High-Tech-Erlebnis" versprach Adidas seinen Kunden, zugleich könne man schneller und individueller auf deren Wünsche reagieren und mit kurzen Lieferwegen der Umwelt etwas Gutes tun. Doch vier Jahre, nachdem der Sportartikelhersteller im fränkischen Ansbach seine viel beachtete erste Speedfactory eröffnete, beendet er nach SZ-Informationen das Experiment, Laufschuhe in Deutschland mit Hilfe digitaler 3-D-Technik hochautomatisiert und so besonders schnell zu fertigen. Auch die zweite Adidas-Speedfactory im amerikanischen Atlanta soll spätestens im April 2020 geschlossen werden.

Die Entscheidung fiel nicht, weil das als Musterbeispiel für vernetzte Produktion gefeierte Verfahren fehlgeschlagen wäre, sondern weil Adidas es künftig bei zwei seiner größten Zuliefererbetriebe in Asien angewandt sehen möchte. Das Unternehmen verspricht sich davon mehr Flexibilität in der Produktgestaltung, deutlich höhere Stückzahlen und niedrigere Kosten. So sollen künftig nicht nur Lauf-, sondern auch andere Sportschuhe mit der Speedfactory-Technologie produziert werden, die 2018 mit dem Deutschen Innovationspreis ausgezeichnet und einst als Forschungsprojekt staatlich subventioniert worden war.

Wie viele der etwa 160 Jobs wegfallen, ist offen

Die in Ansbach und Atlanta gewonnenen Erkenntnisse würden helfen, "in unseren bestehenden Zulieferbetrieben Produktionskapazitäten flexibler und wirtschaftlicher zu nutzen und das Sortiment an Produkten mit kurzer Fertigungszeit schneller auszuweiten", so Adidas-Beschaffungsvorstand Martin Shankland.

Ob, und wenn ja, wie viele der etwa 160 Jobs in der Ansbacher Roboterfabrik wegfallen, ist offen. Sie gehört zur Oechsler AG, dem bisherigen Speedfactory-Kooperationspartner von Adidas. Deren Vorstandschef Claudius Kozlik bedauert nach eigenen Worten die Entscheidung. Man freue sich jedoch darauf, in Zusammenhang mit 4-D-Druckverfahren bei Sohlen unter anderem für Fußballschuhe weiterhin mit Adidas zusammenzuarbeiten.

Mit etwa einer Million Paar pro Jahr ist der Anteil von in den beiden Speedfactories gefertigten Schuhen gemessen am Gesamtabsatz von Adidas von etwa 400 Millionen Paar sehr gering. Gleichwohl verband sich mit dem Projekt die Hoffnung, dass damit zumindest ein Teil der in den Achtzigerjahren nach Asien abgewanderten Sportschuhfertigung nach Deutschland und in die USA zurückkehrt.

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