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Abos für Socken, Schminke und Unterhosen:Einmal Klick, immer schick

Mann mit Löchern in den Socken

Nie mehr Löcher in den Socken: Kurz bevor der große Zeh hervorlugt, haben die Abonenten neue Strümpfe im Briefkasten.

(Foto: unknown; Jenzig71 / photocase.com)

Für viele Männer ist Shoppen ein Horror. Und auch Frauen vergeht schnell die Lust, wenn Socken, Windeln und Hundefutter auf der Einkaufsliste stehen. Doch vieles, was man immer wieder nach Hause schleppt, kann man abonnieren. Mit und ohne Überraschung.

Von Larissa Holzki

Lars Opitz zwängt sich nicht gern durch überfüllte Kaufhäuser. Shoppen findet er anstrengend. Zumal er ohnehin fast immer das gleiche sucht: ein weißes T-Shirt, schwarze Socken, neue Unterhosen. Seit vier Jahren lässt er es deshalb sein. Wenn der große Zeh durch die Socke guckt, schickt der 37-Jährige seinen Eltern eine E-Mail. Dann steigt Mutter Annemarie in Wartenberg in der Nähe von München auf den Dachboden. Sie nimmt ein paar Socken vom Stapel, kontrolliert den Bund und vernäht lose Fäden. Vater Dieter tütet sie ein und bringt den Umschlag zur Post. Drei Tage später kann Lars Opitz in seine Lieblingssocken schlüpfen: grau, glatt, Größe 41/42 und mit dem Label von Dailybread.

Dailybread - das ist sein eigenes Start-up. Denn nicht nur für ihn leisten die Eltern diesen Service. Vor vier Jahren hat er mit seinem Freund Kai Petersen beschlossen, ihren Shoppingsorgen ein für alle Mal ein Ende zu bereiten. Seitdem können Männer schlichte T-Shirts, Unterhosen, Socken und Kondome abonnieren. Je nach Wunsch und Verschleiß bekommen sie jeden zweiten, dritten, sechsten oder zwölften Monat automatisch ein Kleiderschrank-Update. 1400 Kunden hat Dailybread inzwischen pro Jahr. Diejenigen, die sich nicht auf einen bestimmten Rhythmus festlegen wollen, können auch in unregelmäßigen Abständen bestellen.

In Deutschland kann man inzwischen eine ganze Menge abonnieren. Etwa Obst und Gemüse vom Bauern. Bellegs ist das Pendant zu Dailybread für die Frau, die sich nicht mehr über Laufmaschen ärgern will. Auch Rasierklingen, Wein, Bastelkisten, Windeln, Tierfutter, Bücher, Grillfleisch und Liebesspielzeug gibt es bereits im Abo.

Nie mehr Waschpulver nach Hause schleppen

Die Idee hinter den Dienstleistungen ist immer die gleiche: Alles, was Menschen regelmäßig und in gleichbleibenden Mengen brauchen, wird nach Hause geliefert. Waschpulver, Klopapier und Tintenpatronen müssen nicht mehr nach Hause geschleppt werden. Die Kunden sparen Zeit und brauchen sich um den täglichen Bedarf nicht mehr zu scheren. Viele Produkte sind im Abo auch günstiger.

Der größte deutsche Anbieter in der Branche ist Glossybox. Nach eigenen Angaben verschickte das Start-up in den ersten zweieinhalb Jahren vier Millionen Pakete mit Kosmetik-Produkten. 200.000 Abonnenten erhalten regelmäßig Cremes, Shampoos, Parfüms und Schminke in Testgrößen und zahlen dafür 10 bis 15 Euro. Auch für Männer gibt es eine Glossybox.

Als Pionier gilt der Sockenverkäufer Samy Liechti aus der Schweiz. Bereits 1999 gründete er sein Unternehmen Blacksocks. Heute hat er nicht nur schwarze, sondern auch graue, blaue und braune Socken im Angebot. Sein Sortiment reicht von Füßlingen über Kaschmir-Seidensocken bis hin zu Kniestrümpfen. In den vergangenen Jahren nahm das Geschäft mit den Online-Abos vor allem in den USA Fahrt auf, bevor es nach Deutschland herüber schwappte.

Jeden Monat Weihnachten

Wie bei Dailybread-Inhaber Opitz kann man bei vielen Anbietern Produkte aus einem Katalog aussuchen und bestellen. Der Kauf unterscheidet sich dann nur in der automatischen Wiederholung vom herkömmlichen Online-Versandhandel. Ein anderes Modell ist das Überraschungs-Abo. Die Kunden bestellen ein Paket zu einem festen Preis und einem bestimmten Thema - was genau darin ist, entscheidet der Verkäufer.

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