Banken:Niederländische ABN Amro will wohl deutsche HSBC-Privatbanktochter übernehmen

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Die britische Großbank richtet sich eher nach Asien aus. Da passt das Deutschland-Geschäft nicht so gut ins Portfolio.

Kurz nach der Übernahme von Hauck Aufhäuser Lampe greift die niederländische Großbank ABN Amro einem Medienbericht zufolge nach dem nächsten deutschen Vermögensmanager für wohlhabende Privatkunden. Die Niederländer wollten die Düsseldorfer Privatbank-Tochter der britischen HSBC übernehmen, berichtete die Börsen-Zeitung am Freitag ohne Angabe von Quellen. Die Transaktion könne schon in den kommenden zwei bis drei Wochen bekanntgegeben werden.

HSBC, die Wurzeln in Großbritannien und Hongkong hat, richtet sich vor allem auf den asiatischen Markt aus. Das Deutschland-Geschäft liege damit außerhalb des Kerngeschäfts und stehe schon länger zur Disposition, heißt es in dem Bericht.

HSBC war 1992 in den Besitz von Trinkaus & Burkhardt gekommen, so hieß die Privatbank-Tochter damals. Seit 1999 firmiert sie unter HSBC Trinkaus. 2023 dann wurde sie zu einer Niederlassung der HSBC Continental Europe herabgestuft.

HSBC wollte sich zu dem Zeitungsbericht nicht äußern. Von ABN Amro hieß es, man konzentriere sich derzeit ganz darauf, die nötigen Genehmigungen für die Übernahme von Hauck Aufhäuser Lampe zu erhalten. Ende Mai hatte ABN Amro die Übernahme der traditionsreichen Frankfurter Privatbank für 672 Millionen Euro angekündigt, um ihr Geschäft mit vermögenden Kunden in Deutschland auszubauen. HAL, selbst aus den drei namensgebenden Privatbanken entstanden, gehört bisher der chinesischen Fosun International.

Mit dem Zukauf, der Anfang 2025 vollzogen werden soll, werde Deutschland zum zweitgrößten Markt für den niederländischen Finanzkonzern, hieß es damals. ABN Amro ist in Deutschland schon mit der Bethmann Bank vertreten. Mit Hauck Aufhäuser Lampe wächst das verwaltete Vermögen der Niederländer in Deutschland um 26 Milliarden auf 70 Milliarden Euro. Mit der ehemaligen Trinkaus kämen weitere 26 Milliarden hinzu.

Auch weitere HSBC-Töchter stehen offenbar zum Verkauf. Die Briten wollen sich Insidern zufolge von ihrem Fondsverwaltungs- und Wertpapierverwahr-Geschäft trennen.

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